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Amtsgericht Garmisch - Partenkirchen

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Das Logo des "Werdenfelser Weg" - zwei verschlungene W

Der Werdenfelser Weg zur Reduzierung fixierender Maßnahmen in der Pflege

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Der Werdenfelser Weg ist ein ohne Fördermittel und ohne Budget im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entwickelter Ansatz mit der Zielsetzung, Fixierungen auf ein unumgängliches Minimum zu reduzieren. Er setzt in erster Linie auf Professionalität und Kommunikationsoptimierung innerhalb einer Region.
Der Werdenfelser Weg ist darüberhinaus auch ein Weg bundesweiter Vernetzung von beteiligten Professionen. Derzeit sind ca. 250 Fachleute aus dem Bereich Justiz, Betreuungsbehörden, Heimaufsicht, Verfahrenspfleger, Pflegefachleute und Rechtsanwälte miteinander vernetzt und tauschen mehrfach wöchentlich Sachinformationen aus.
Die Bayrische Justizministerin Frau Dr. Beate Merk hat dafür Sorge getragen, dass der Werdenfelser Weg Thema der Justizministerkonferenz vom 9.11.2011 war und ein Beschluss aller Justizminister zur Unterstützung des Ansatzes gefasst wurde.

Werdenfelser Weg [extern]


Werdenfelser Weg Sachsen-Anhalt [extern]

Die Idee verbreitet sich entsprechend derzeit bundesweit mit hoher Geschwindigkeit.

Ansatz

Der Werdenfelser Weg ist ein verfahrensrechtlicher Ansatz im Rahmen des geltenden Betreuungsrechts, den Gedanken der Vermeidung von Fixierungen und freiheitsentziehenden Maßnahmen wie Bauchgurten, Bettgittern, Vorsatztischen in Einrichtungen zu stärken.

Monatelange dauerhafte Fixierungen im Bett oder Stuhl lösen in vielen Fällen als regelmäßig in Kauf genommene häufige Nebeneffekte körperliche und seelische Leiden aus und setzen häufig eine gewichtige Ursache dafür, dass das Gesamtbild des körperlichen und psychischen Zustands sich erheblich verschlechtert (Muskelabbau, Inkontinenz, Ängste, Liegegeschwüre, Lungenentzündung) und die Lebensqualität in unvertretbarer Weise dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Experten formulieren sogar die These: Wären Fixierungen Medikamente, dann wären Sie schon lange vom Markt.

Sie sind in Einzelfällen auch kausal für Todesunglücksfälle durch Strangulation, Kopf-Tieflage oder Thoraxkompression, selbst bei korrekter Handhabung.

Ärzteblatt [extern] Süddeutsche Zeitung [extern]
StMAS [extern]

Mit einer kleinen Idee, mit einer kleinen Veränderung von Verfahrensabläufen der Genehmigungsverfahren und einem deutlichen Bekenntnis aller beteiligten Behörden und Professionen haben wir 2007 den Fixierungsautomatismen den Kampf angesagt.

Die Initiative "Werdenfelser Weg“ hat auf diesem Weg zu einer erheblichen Reduzierung von Fixierungsmaßnahmen in allen Pflegeeinrichtungen im Landkreis geführt.

Landratsamt Garmisch-Partenkirchen [extern]

Grundidee: Wir machen Pflegeerfahrene zu Verfahrenspflegern als Fürsprecher der Betroffenen !

Nicht das einzige, aber ein zentrales Problem: Die (zumeist unbegründete) Angst der Einrichtungen vor späteren Regressansprüchen von Krankenkassen für Behandlungskosten bei Nichtfixierung war allgegenwärtig. Alle fachlichen Überlegungen der Pflegenden wurden davon immer wieder überlagert. Und ein weiteres Problem: auf vermeintlich sichere Pflegesituationen drängende besorgte Angehörige mit ihren Ängsten vor Verletzungen, die von negativen Begleiterscheinungen und fixierungskausalen Risiken keine Kenntnisse haben.

Unsere Ziele:

  1. Wir wollen ein gemeinsames deutliches Signal setzen, dass die Vermeidung von Fixierungen bei verantwortungsvollen pflegerischen Grundentscheidungen gewollt ist.
  2. Wir wollen die Einrichtungen in unserem Landkreis bestärken, wenn sie bei vermeintlich höherem Haftungsrisiko bewusst auf Fixierungen in Einzelfällen verzichten wollen. Wir wollen den Einrichtungen anbieten, derartige Entscheidungen in gemeinsamer Verantwortung unter dem Schutz eines gerichtlichen Verfahrens mitzutragen, gerade für die Fälle, in denen sich ein Restrisiko später verwirklicht.
  3. Wir müssen die Einrichtungen in unserem Landkreis anhalten, jede einzelne Fixierung immer wieder kritisch zu hinterfragen, ob und welche Alternativen es gibt, um insofern Fixierungsroutine zu überwinden.
  4. Wir müssen uns auch mit den Einrichtungen im Landkreis gemeinsam bemühen, unser aller Wissenstand zu der Thematik ständig zu erweitern und Informationen auszutauschen

Der Ansatz: Spezialisierte Verfahrenspfleger mit pflegefachlichem Grundwissen für das gerichtliche Genehmigungsverfahren von Fixierungen wurden fachlich fortgebildet, so dass sie über eine Kombination von pflegefachlichem Wissen über Vermeidungsstrategien und gehobenem juristischen Informationsstand über die rechtlichen Kriterien zu diesem Thema verfügen. Dieser Verfahrenspfleger diskutiert im gerichtlichen Auftrag jeden Fixierungsfall individuell und geht über den Zeitraum mehrerer Wochen Alternativüberlegungen gemeinsam mit dem Heim und den Angehörigen/Betreuern durch, im Einzelfall regt er auch Erprobungen von Alternativmaßnahmen an.
Im Vordergrund steht die Optimierung des Kommunikationsprozesses und das Bewusstwerden von Ängsten, die pflegefachlich fundierte und juristisch sowie menschlich vertretbare Lösungen überlagern.

Als Interessenvertreter des einzelnen Heimbewohners mit pflegefachlichem Wissen klären sie mit allen Beteiligten ab, ob alle Vermeidungsstategien für Fixierungen ausgeschöpft sind, und arbeiten auf eine gemeinsame Beurteilung der Risiken hin, um Fixierungen weitestmöglich zu vermeiden und Pflegenden Handlungssicherheit in haftungsrechtlicher Hinsicht zu vermitteln, gerade auch für Fälle, in denen vor dem Hintergrund von Menschenwürde und Selbstbestimmung hinnehmbare Risiken verbleiben. Ziel ist es zu einer gemeinsam getragenen Abschätzung zu kommen, wie im konkreten Fall das Verletzungsrisiko bei einem Sturz einerseits, die anderweitigen Folgen einer angewendeten Fixierung dagegen andererseits einzuschätzen sind. Auf diese Art und Weise sollen neben kurzfristigen Sicherheitsaspekten auch die ansonsten nie ausreichend beachteten sonstigen Konsequenzen einbezogen werden, also der Verlust an Lebensqualität und aus Fixierungen resultierende physische und psychische Verschlechterungen bis hin zu Tötungsrisiken.

Dabei wurden bislang weit überwiegend einvernehmliche Lösungen mit den verantwortungsvollen Pflegenden erzielt.

Dies wird dann in einer abschließenden gerichtlichen Entscheidung ( beispielsweise einer Versagung der Genehmigung für Fixierungen) festgehalten.

Es reduzierte sich die Anzahl der neuen Fixierungsgenehmigungen mittlerweile in einen Bereich, der Anlass für die (mit aller Zurückhaltung geäußerte) Hoffnung gibt, dass zukünftig im Amtsgerichtsbezirk Garmisch-Partenkirchen niemand mehr dauerhaft gegen seinen erkennbaren Willen mit fixierenden Maßnahmen in seiner Freiheit eingeschränkt wird.


Häufig gestellte Fragen:



Wie geht man vor, wenn man den Werdenfelser Weg mitgehen möchte?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir haben in vielen Landkreisen Hilfestellungen in der Startphase gegeben, bereits telefonisch lassen sich viele Einzelfragen klären.
[email]

Eine kleine Handlungsanleitung für die ersten Schritte enthält folgende Datei

11 Schritte - Hannover [intern]

Kurzbeschreibung Werdenfelser Weg [intern]


Warum eine Auftaktveranstaltung?

Die Auftaktveranstaltung hat neben der reinen Information auch den Charakter einer einmaligen Vollversammlung aller befassten Professionen in einem Landkreis mit dem von dieser Veranstaltung ausgehenden Charakter eines gemeinsamen Bekenntnisses und einer gemeinsamen Anstrengung.
Die Bedeutung für die weitere Zusammenarbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Die Stimmen der Kollegen auf dieser Internetseite beschreiben die Wirkung der Auftaktveranstaltung in ihrer Region (Gesamtdauer ca. 2-3 Stunden).


Dabei haben sich mehrere Varianten entwickelt:

Immer: Konzeptvortrag zum Werdenfelser Weg (ca. 45 Minuten bis 60 Minuten)
Immer: Zeitfenster für Diskussion (ca. 30 Minuten).
Immer: die lokalen Verfahrenspfleger werden vorgestellt

Optional: Grußwort eines Landrats, Vertreters des Ministeriums zu Beginn
Optional: Pflegefachlicher Vortrag (ca. 45 Min): Vermeidung von Fixierungen

Interessante Alternative der Veranstaltung (nach Fuldaer Vorbild):

1. Grußwort
2. Ausgewählte Ausschnitte aus der DVD "Eure Sorge fesselt mich (ca. 20-30 Minuten)
3. Konzeptvortrag
4.Abschlussdiskussion.

Wie bereitet man eine Auftaktveranstaltung in seinem Bezirk vor?

Wir helfen auch gerne mit Erfahrungswerten und Mustern von Einladungen für eine Auftaktveranstaltung. Eine Auftaktveranstaltung erscheint generell empfehlenswert, um insbesondere mit allen beteiligten Professionen in den Dialog zu kommen und um Seitens der Behörden und der Justiz zu verdeutlichen, dass das Vorgehen nach dem Werdenfelser Weg nicht zur Gängelung der Pflege, sondern zu deren Unterstützung gedacht ist.

Einladung München [intern]

Einladung Fulda [intern]

Einladung Osnabrück/Bad Iburg [intern]

Wie finde ich geeignete Verfahrenspfleger?

Es stehen im wesentlichen drei Wege zur Verfügung:

  1. Die eigene aktive Suche durch das lokale Betreuungsgericht und Betreuungsbehörde, beispielsweise unter den Berufsbetreuern mit entsprechender Biografie.

    Gesucht wird
    • Jemand mit Berufserfahrung in der Pflege (z.B. gelernte Altenpflegefachkraft, Krankenpfleger, Pflegefachwirtin, ehem. Heimleiter).

Auch Kontakt zu Interessierten in Ihrer Nähe stellen wir gerne her.

Wie erhalte ich regelmäßig Informationen zu Fachfragen und kann eigenes Fachwissen weitergeben ?

Der Werdenfelser Weg zeichnet sich durch eine Vernetzung vieler Interessierter aus, daneben auch eine zusätzliche Vernetzung vieler beteiligter Richter und eine weitere Vernetzung der geschulten Verfahrenspfleger. Sie können bei Interesse auch in einen Emailverteiler aufgenommen werden, der versucht, neue Fachinformationen, aber auch neue Informationen zum Werdenfelser Weg weiterzugeben. Es bestehen Emailverteiler für allgemein Interessierte, für Richter, und für zertifizierte Verfahrenspfleger.
[email]

Wie informiert man dauerhaft Angehörige/Betreuer über Sinn und Zweck des Vorgehens ?
Dafür stehen verschiedene (auch kombinierbare) Wege als Ergänzung zur allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit zur Auswahl:

  1. Der Landkreis Cloppenburg und das Amtsgericht München haben jeweils eine allgemeine Informationsbroschüre zur Aushändigung an Angehörige konzipiert. Angehörigenbroschüre Cloppenburg [intern]
  2. Demnächst soll überlegt werden, auf Bayern bezogen eine nach dem Münchner Vorbild konzipierte Broschüre für alle bayerischen Städte und Landkreise gemeinsam mit dem Bayerischen Justizministerium aufzulegen, damit das Informationsbedürfnis der betroffenen Bevölkerung gedeckt wird.
  3. Das Amtsgericht Nürnberg arbeitet im Einzelfall mit einem beizufügenden Merkblatt
    Merkblatt Nürnberg [intern]
  4. Die Vorgehensweise wird ergänzt durch eine hervorragende ausführliche Informationsbroschüre der Betreuungsbehörde [extern]
  5. Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen arbeitet mit einem vorbereiteten Textbaustein zur Erweiterung des Beschlusses, in dem der Verfahrenspfleger bestellt wird. Auf Nachfrage wird der Text Richterkollegen gerne übermittelt.

Was kostet das und was verdient ein Verfahrenspfleger?
Der Verfahrenspfleger wird nach § 277 FamFG, wie ein Vormund vergütet, mit einem Stundensatz von zwischen 19,50 und 33,50 Euro (je nach Qualifikation) zuzügl. MWSt. Die Vergütung erfolgt stets aus der Staatskasse. Diese kann aber dem Betreuten die Verfahrenspflegervergütung im Rahmen der Gerichtskosten gem. § 93a KostO als Auslagen in Rechnung stellen, wenn der Betreute über mehr als 2.600 Euro Vermögen verfügt. Außerdem erhält der Verfahrenspfleger Aufwendungsersatz.
Die Erfahrungswerte bislang besagen, dass Einzelrechnungen in der Regel zwischen 150 und 250 Euro im Durchschnitt abgerechnet werden, in besonders gelagerten Ausnahmefällen mehr.

Nächste Informationstermine:

08.05.2012 Auftaktveranstaltung Landkreis Hassberge

09.05.2012 interne Informationsveranstaltung Amtsgericht Stuttgart

10.05.2012 interne Informationsveranstaltung Landgerichtsbezirk Baden-Baden

23.05.2012 Auftaktveranstaltung Kempten/Oberallgäu

04.06.2012 Auftaktveranstaltung in Salzgitter [extern]

11.06.2012 Auftaktveranstaltung Augsburg

12.06.2012 Informationsveranstaltung Bonn

13.06. 2012 Betreuungsgerichtstag Mitte Kassel [extern]

14.06.2012 Informationsveranstaltung Hildesheim

14.06.2012 Auftaktveranstaltung im Landkreis Nienburg

15.06.2012 Auftaktveranstaltung im Landkreis Gifhorn

19.06.2012 Informationsveranstaltung Berchtesgadener Land

04.09.2012 Gotha, 8. Thüringer Betreuungstag

10.09.2012 Bonn: Fixierung - Angstlöser für Pflegekräfte. Werdenfelser Weg als Praxiswerkzeug [extern]

27.09.2012 Garmisch-Partenkirchen, Sozialdienst katholischer Frauen, Informationsveranstaltung zum Werdenfelser Weg

11.10.2012 Hanau; 7. Betreuertag des Main-Kinzig-Kreises

16.10.2012 Auftaktveranstaltung in Wetzlar

Schulungen für Verfahrenspfleger

Ab Oktober 2011 starteten in enger Zusammenarbeit mit uns innerhalb und außerhalb Bayerns Schulungsveranstaltungen an verschiedenen Orten der Bundesrepublik für potentielle Verfahrenspfleger nach dem Werdenfelser Weg für interessierte Teilnehmer mit pflegeberuflicher Erfahrung. Ziel soll sein, überall dort, wo Interesse an der Einführung des Werdenfelser Weges ist, auch freiberufliche Verfahrenspfleger zu fördern und auf die konkrete Tätigkeit vorzubereiten.

Die professionelle Schulung umfasst drei Bereiche:

  1. Konzept und juristische Fragen (einschließlich Grundwissen über Haftung)
  2. Pflegerische Auffrischung des Wissens
  3. Mediation und Gesprächsführung/Verfahrensablauf.

Die Katholische Stiftungsfachhochschule München führt zweitägige Verfahrenspflegerschulungen mit begrenzter Teilnehmerzahl in ihren Räumlichkeiten in München durch. Die Schulungen im juristischen Teil werden von Dr. Kirsch, im Mediationsteil von Herrn Wassermann durchgeführt und im pflegefachlichen Teil von Frau Carola Nick, Dipl.Pflegewirtin (FH) und Fachberaterin der stationären Altenhilfe der Caritas.

Flyer KFSH [intern]

Nächste reguläre jeweils zweitägige Schulungen in München finden statt am

- 22.06./23.06.2012, (bereits ausgebucht) bzw.
- 28.09. /29.09.2012, (bereits ausgebucht) bzw.
- 25.01./26.01.2013, bzw.
- 21./22.06.2013 bzw.
- 27.09./28.09.2013.

Wir bemühen uns um weitere zeitnahe Zusatztermine.

Im Herbst 2011 starteten die bundesweiten Schulungen in Kooperation mit dem TÜV Rheinland. Die Schulungen im juristischen Teil werden von Dr. Kirsch, im Mediationsteil von Herrn Wassermann erarbeitet und an einzelnen Standorten auch vermittelt, im pflegefachlichen Teil und im Übrigen von Frau Jurgschat-Geer, Pflegesachverständige und Fachbuchautorin.

Termine:
- 08./09.05.2012 (Hamburg) ,
- 19./20.06.2012 (Erfurt),
- 17./18.09.2012 (Stuttgart)
- 15.10./16.10.2012 (Offenbach)
- 26.11./27.11.2012 (Krefeld)


Flyer TÜV [intern]
In München haben wir mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule auch eine Schulung für aktive Verfahrenspfleger aus anderen Berufsgruppen aufgelegt.
Zielgruppe sind bei Gerichten aktive Verfahrenspfleger, mit denen das örtliche Gericht gemeinsam den Werdenfelser Weg gehen will. Deswegen wird eine zwingende Voraussetzung sein, dass eine gerichtliche Bestätigung des Heimatgerichts über die gewollte Zusammenarbeit als Verfahrenspfleger nach dem Werdenfelser Weg vorgelegt wird. Sie wird zwingend eine zusätzliche zweitägige Hospitation in einer Pflegeeinrichtung umfassen. Die Schulung findet erstmals ab Juli in München über 5 Monate an 4 Wochenenden statt und soll die parallel als Verfahrenspfleger Tätigen begleiten.

Flyer Kurs Nichtpflegeberufe [intern]

Einen stets aktuellen Überblick über die Schulungstermine bietet auch
[extern]

Das Amtsgericht Witten in Kooperation mit der Uni Witten hat Schulungsmaterialien der eigenen Schulung ins Internet gestellt. Für Richterkollegen, die eine eigene Schulung für Ihren Bezirk konzipieren, ein sehr gutes Hilfsmittel: [extern]

Neue Weggefährten:

Der Werdenfelser Weg ist Modellprojekt für Initiativen in anderen Landkreisen in Deutschland geworden.

Mehrere Landesjustizminister unterstützen die Arbeit ideell:

Niedersachsen [extern]

Mecklenburg-Vorpommern [extern]

Hessen [extern]



Begonnene oder beschlossene Folgeprojekte nach dem Vorbild des Werdenfelser Weges:

Landkarte über Verbreitung (Download-Größe: 1405711 Bytes)

Stimmen von Richterkollegen:

Stimme aus Weilheim:
"Dass sich die Zahl der genehmigten Fixierungsmaßnahmen deutlich verringert hat, ist bekanntlich das signifikanteste Aushängeschild des WW. Bemerkenswert ist auch in unserem Landkreis, dass die Heime von sich aus seit Einführung im vergangenen Herbst viel offensiver mit der Anschaffung neuer Betten, Sensormatten etc. sind und von sich aus alternative Wege beschreiten. Oft melden die Heime, dass ein Bettgitter-Beschluß beispielsweise aufgehoben werden kann, weil alternative Maßnahmen (Niederflurbett) angewendet werden.
Was ich persönlich für meine Arbeit aber wirklich gewinnbringend an dem Projekt finde ist, dass alle Beteiligten bei uns dadurch ins Gespräch gekommen sind. Die Heime sind oft dankbar, einen Ansprechpartner im Gericht gefunden zu haben, mit dem man problematische Fälle auch mal besprechen kann. ....... Es hat sich also in vielen Bereichen eine gute vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, mir macht die Arbeit dadurch sehr viel mehr Spaß - und es ist schön zu sehen, dass man durchaus mit so einer Initiative etwas bewegen kann."
RiAG Claudia von Hirschfeld, 11.7.2011

Stimme aus Fürstenfeldbruck:
"Seit der Auftaktveranstaltung in Fürstenfeldbruck, bei der der Werdenfelser Weg auch den Verantwortlichen in den Altenheimen vorgestellt wurde, und seit die speziell geschulten Verfahrenspfleger in die Heime gehen, sehen die Heime fixierende Maßnahmen deutlich kritischer und suchen von sich aus oft Alternativen bzw. haben sie eher Verständnis, wenn solche Maßnahmen nicht bewilligt werden, teils blocken sie entsprechende Ansinnen von überängstlichen Angehörigen ab. Das führt hier zu einer spürbaren Arbeitserleichterung bei Gericht. Eine solche wird auch dadurch bewirkt, dass die Verfahrenspfleger den jeweiligen Fall so umfangreich geprüft haben, dass der Zeitaufwand für den richterlichen Anhörtermin geringer ist.
..... Ich denke, dass es mehr als 50 %, Tendenz steigend, sind, wobei man unterscheiden kann zwischen denen, die zur Verlängerung anstehen ( da sind es weniger ) und den Neuanträgen.
....... (ich) bin aber überzeugt, dass der Trend weg von solchen Maßnahmen nicht mehr aufzuhalten ist und dass wir in etwa 5 Jahren kaum mehr Anträge haben werden."
RiAG Heilmann, 8.7.2011


Stimme aus Cloppenburg:
„Der für mich bedeutsamste Vorteil des Werdenfelser Wegs ist mein deutlich besseres Gewissen bei der Entscheidung über die freiheitsentziehenden Maßnahmen.
Ich fand gerade das Angurten schon immer entwürdigend und hatte früher oft das Gefühl, den Betroffenen, gerade wenn sie sich nicht wirklich äußern konnten, nicht gerecht geworden zu sein und letztlich Bettgitter und Bauchgurte genehmigt zu haben, weil ich keine anderen Möglichkeiten kannte, der Sturz- und Weglaufgefahr Herr zu werden. Hatte ich dann doch die Genehmigung ganz oder teilweise verweigert, was durchaus vorkam, stand ich mit der Verantwortung, dass es zu Verletzungen kommen konnte, allein da.
Durch die vielen Anregungen bei der Einführung des Werdenfelser Wegs, die Zusammenarbeit mit unseren sehr engagierten Verfahrenspflegerinnen und die deutlich gesteigerten Bemühungen der Pflegeheime finden wir jetzt in aller Regel maßgeschneiderte Lösungen für jeden Einzelfall. Es wurden in fast allen Heimen Niedrigbetten, Sensormatten und diverse andere Hilfsmittel wie Babyphone o. ä. angeschafft. Manche Heime haben ein Nachtcafe, andere Schlafenszeiten, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner eingeführt. Man macht sich Gedanken über die Zimmerbelegung, Essgewohnheiten und vieles mehr. Es findet zwischen den Heimen - jedenfalls soweit sie zum gleichen Träger oder Verbund gehören - auch ein interner Austausch von Hilfsmitteln und Ideen statt.
Die Verfahrenspflegerinnen sind oft mehrfach vor Ort, teilweise auch abends, um die Unruhephasen der Betroffenen einmal selbst mitzuerleben, die Berichte und Vorschläge an das Gericht sind dementsprechend aussagefähig. Auch die Angehörigen/Betreuer sind durch den Vorlauf, bis ich dann zur Anhörung komme, von Pflegedienstleitung und Verfahrenspflegerin schon meist auf die richtige Spur gebracht.
Die Entscheidung über die Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen ist jetzt auf jeden Fall deutlich fundierter, und zwar nicht nur meine als Letztentscheiderin, sondern auch schon die der Pflegenden und Betreuer als Antragsteller.
Es wurden von Anfang an und werden noch immer deutlich weniger Fixierungen als vor der Einführung beantragt/genehmigt (gefühlter Rückgang: ca. 3/4), ohne dass zunehmende Verletzungszahlen bekannt geworden wären. Die Fälle, in denen schlussendlich doch fixiert werden muss, sind dann meist so krass, dass man einen erheblichen Leidensdruck der Betroffenen durch die Fixierung schon gar nicht mehr erkennen kann.
Die "Sekundärvorteile" durch die bereits unmittelbar nach Einführung des Werdenfelser Wegs zurückgegangene Arbeitsbelastung sind ja schon mehrfach erwähnt worden. Das mag im Kollegenkreis auch ein Argument sein. Ebenso, dass die Einführung der neuen Verfahrensweise ziemlich unkompliziert war (1. Verfahrenspfleger mit Pflegeerfahrung suchen, 2. Heime informieren, 3. einfach anfangen). Aber ich bin doch der Meinung, dass wir hier in erster Linie zum Wohl der Betroffenen handeln und durch den Werdenfelser Weg viel erreichen. Ich weiß ja nicht, welche Art von Kritik überhaupt geäußert wird. Aber die Kritiker mögen sich einmal ihre Eltern angebunden im Pflegebett vorstellen, dann dürften sowohl die Kosten für die Verfahrenspfleger (bei uns durchschnittlich 120 €) als auch der Aufwand für eine ab und zu notwendige zweite Anhörung keine Rolle mehr spielen. Wenn man natürlich auf dem Standpunkt steht, dass man schon seit Jahren ohne Verfahrenspfleger Genehmigungen erteilt hat und das schließlich nicht alles falsch gewesen sein kann, habe ich auch keine Argumentationshilfe mehr parat."
RiAG Isabel Lindner, Amtsgericht Cloppenburg, Juli 2011


Stimme aus Witten:
"Zu „unserem“ Projekt in „Witten geht den Werdenfelser Weg“ kann ich ebenfalls nur Positives berichten. Seit einem knappen 3/4Jahr sind wir nun bei der Sache und ich bemerke mittlerweile deutliche Erfolge (obgleich das Projekt noch nicht wissenschaftlich evaluiert wurde, ich kann leider nur unsere Zahlen und mein Bauchgefühl anbieten). Geschätzt würde ich sagen, dass ich allenfalls noch halb so viele Anträge bekomme wie vor 9 Monaten. Die Anzahl der Genehmigungen liegt noch einmal darunter.
....Mittlerweile hat sich das Justizministerium NRW gemeldet und mich gebeten, das Projekt auf unserer internen Intranet-Seite vorzustellen. Zwar nur ein kleiner Schritt seitens der Politik, aber immerhin werden wir wahrgenommen.
Besonders positiv empfinde ich das neue „Wir-Gefühl“ in Witten. Die guten Erfolge und die schönen Fortschritte von Bewohnern, bei denen zT Großes erreicht werden konnte durch den Verzicht auf Fixierung haben ebenso wie meine Fortbildungen in allen Heimen und unser runder Tisch (Heime, Gericht, Betreuungsstelle, Heimaufsicht, Verfahrenspfleger, Uni) dazu beigetragen, dass ein ganz neues Gesprächsklima entstanden ist.
...Die Bereitschaft unsererseits, die Verantwortung ein wenig von den Schultern des einzelnen Pflegenden zu nehmen und auf mehrere Schultern (insbesondere auf die unserer geschulten Verfahrenspfleger) zu verteilen, ist fast vorbehaltlos auf sehr dankbaren Boden in den Heimen gestoßen. So ist das Arbeiten für mich als Richterin nicht nur deutlich entspannter (schon rein vom Zeitaufwand her betrachtet) geworden, sondern es macht auch einfach viel mehr Spaß – nicht zuletzt durch das Gefühl, mal wirklich etwas bewirken zu können. Für diejenigen, die mit dem Projekt neu beginnen, kann ich zumindest aus der Wittener Erfahrung her berichten, dass ich den Eindruck habe, dass es das „A&O“ ist, kompetente, geschulte Verfahrenspfleger zu haben, die in der Lage sind, das Vertrauen der Pflegenden zu gewinnen. Darüber hinaus hat sich als zwar zeitintensiv, aber sehr gewinnbringend erwiesen, dass ich als Richterin in den Wohnbereichssitzungen nahezu aller Wohnbereiche in nahezu allen Heimen kleine Fortbildungen (jeweils ca. 1,5-2.5 h) gegeben habe. Dort habe ich unser Projekt vorgestellt, die materiellrechtlichen und verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz von FeM dargestellt und vor allem die zT doch erhebliche – unbegründete – Haftungsangst zu relativieren versucht. Zwar war hier bereits recht großes Wissen bei den Pflegenden vorhanden, aber viele Pflegedienstleiter berichteten mir, dass die Pflegenden alles noch einmal deutlich intensiver aufgenommen haben, wenn es aus dem Munde des Richters kommt.
Auch auf unseren runden Tisch (künftig sollen vielleicht auch mal Ärzte dazu eingeladen werden) würde ich nicht mehr verzichten wollen. Der interdisziplinäre Austausch etwa alle 3 Monate hat sich als bereichernd und „klimafördernd“ erwiesen.
...Ich will nicht verhehlen, dass die Anfangszeit einen ziemlichen Kraftakt bei allen Beteiligten erfordert hat, aber ich habe den Eindruck, dass es für meine Nachfolger fast zum Selbstläufer wird, der nur Arbeitserleichterungen mit sich bringt, ohne besonderen Aufwand zu erfordern. „Nur eben“ bereits geschulte Verfahrenspfleger einzusetzen stellt ja nun wirklich keinen Mehraufwand im Vergleich zum „normalen“ Genehmigungsverfahren dar."
RiAG Agnes Niehues-Pröbsting, 12.7.2011



Aus vielen Regionen wird Interesse an der Einführung signalisiert.

Landkarte wer noch alles Interesse zeigt (Download-Größe: 1569080 Bytes)

Einrichtungen:

Der Einsatz des Werdenfelser Weges ist als Bestandteil eines gerichtlichen Genehmigungsverfahrens einrichtungsübergreifend und grundsätzlich unabhängig von einer konkreten Mitwirkungszusage einzelner Einrichtungen.
Dennoch haben im Landkreis Garmisch-Partenkirchen einige Einrichtungen ihre besondere Mitwirkungsbereitschaft an dem Projekt zum Ausdruck gebracht und fördern es nach Kräften mit ihren Erfahrungswerten.

Am Projekt beteiligen sich in gezielter Zusammenarbeit nunmehr auch mehrere Einrichtungen der Altenpflege im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die die enge Kooperation mit dem Amtsgericht und den beteiligten Behörden suchen und in diesem Sinne als Mustereinrichtungen sich der Problemstellung der Vermeidung fixierender Maßnahme für ihre Bewohner und deren Menschenwürde in besonderem Maße verpflichtet fühlen.

Erklärung Mustereinrichtung [intern]

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind dies folgende Pflegeeinrichtungen:

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Dokumente:

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte aus nachfolgenden pdf-Dateien bzw Links:

Aufsätze:

Artikel aus der Fachzeitschrift "Betreuungsrechtliche Praxis" [intern] Quellhinweis: Die Erstveröffentlichung des Beitrags finden Sie beim Bundesanzeiger Verlag in der Publikation "Bt-Prax", 18. Jahrgang, Heft 3, Seite 109-112. Weiterführende Informationen unter www.bundesanzeiger-verlag.de [extern]

Deutsche Richter Zeitung Aug./Sep. 2009 [intern] Herausgegeben vom Deutschen Richterbund

BtG-Magazin, Juni 2011 [extern] Bewerbung um den Preis der Bayerischen Landesstiftung, März 2011 Landespreis [intern]


Landesärzteblatt Bayern, Ausgabe 12/2011 [extern]

Uwe Brucker: Pflegefachliche oder verselbständigte Routine, in: PRO ALTER, 2011, 47-53 [extern]

Presse über uns:

Zeitungsartikel "Großes Interesse am Werdenfelser Weg" vom 16.02.2009 [intern] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Pressetermin am 11.02.2009 im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen [intern]

Zeitungsartikel "Großes Interesse am Werdenfelser Weg" vom 16./17.05.2009 [intern] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Zeitungsartikel "Werdenfelser Weg wird fortgesetzt" vom 19.05.2009 [intern] Kreisbote

Zeitungsartikel "Angetan vom Werdenfelser Weg" vom 03.07.2009 [intern] Kreisbote

Zeitungsartikel "Ministerin zeigte sich beeindruckt" vom 08.07.2009 [intern] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Zeitungsartikel "Werdenfelser Weg" statt Patientenfixierung vom 29.10.2009 [intern] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Leserbrief Münchner Merkur vom 20.06.2011 [extern]


Augsburger Allgemeine 31.7.2011: Justizministerin startet Kampagne [extern]


Münchner Merkur, 1.8.2011: Vorzeigeprojekt: Pflege ohne Fesseln [extern]

Bayernkurier, 6.8.2011: Auf dem Werdenfelser Weg [extern]

Garmischer Tagblatt, 3.12.2011: [intern]

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ans Bett gefesselt, 06.02.2012 [extern]

Gehaltene Vorträge:

(pdf-Format)

Vortrag Freimut, München [intern] November 2008

Werdenfelser Weg, FeLs, München, März 2011

Vortrag Fels [intern]

Richterfortbildung Niedersächs. Justizministerium Mai 2011 [intern]

Vortrag Auftaktveranstaltung Nürnberg, 19.07.2011 [intern]

Pressekonferenz im Bay. Justizministerium am 29.7.2011 [intern]

Betreuungsgerichtstag Bayern [extern]


Parallel zu unseren eigenen Maßnahmen erhalten wir starke Unterstützung durch den MDK Bayern sowie durch Herrn Uwe Brucker, Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V, der selbst bei vielen Tagungen sich für unseren Ansatz stark gemacht hat.

Zum zweiten Mal hintereinander nach 2010 war der Werdenfelser Weg wichtiges Thema bei der unter seiner Leitung organisierten Betreuungsbehördenleitertagung in Erkner.

PEA e.V. [extern] Betreuungsverein Bremerhaven [intern]
Faircongress Hamburg [intern]
Elder abuse [intern] Experience and status quo in Germany

Kontakt:

Für weitere Informationen nehmen Sie Kontakt auf:
Sebastian.Kirsch@ag-gap.bayern.de [email] Wir vermitteln gerne auch Kontakte zu örtlichen Initiativen in Ihrer Nähe.
Zugleich bemühen wir uns um einen Austausch von Fachinformationen per E-Mail zwischen allen, die an dem Projekt interessiert sind.

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