Geschichte des Amtsgerichts Rosenheim
Wappen der Stadt Rosenheim
Erste urkundliche Erwähnung findet die Rosenheimer Justiz im Jahre 1273 mit dem Richter Chunradus Churnheimer. Zu dieser Zeit waren die Grafen von Wasserburg die Herren in Rosenheim und übten somit auch die Gerichtsbarkeit aus. Mit dem Aussterben dieses Geschlechtes ging Rosenheim in den Besitz der Wittelsbacher über, die auf dem Schloß einen Pfleger einsetzten, der u.a. auch Recht sprach. Auf eine lückenlose Überlieferung der Gerichtsbarkeit in Rosenheim kann erst ab dem Jahre 1799 zurückgegriffen werden, in welchem das alte Pflegegericht, dessen Beamte sich bis in das Jahr 1511 zurückverfolgen lassen, aufgelöst wurde. An seine Stelle trat ein provisorisches Landgericht, das aber schon 1803 im Zuge einer größeren Gerichtsumorganisation aufgehoben, und sein Bezirk dem Landgericht Aibling zugeschlagen wurde. Bereits 4 Jahre später erfolgte eine erneute Neuordnung der Gerichtsbezirke. Die Landgerichtsbezirke Fischbach und Aibling wurden vereinigt. Gerichtssitz wurde Rosenheim. Untergebracht war das Gericht im sog. „Haus am Platz“ (heute Max-Josefs-Platz/Ecke Hafnerstraße).
1879 wurde das Landgericht in das Amtsgericht Rosenheim umbenannt. Um dem ständig wachsenden Arbeitsanfall Rechnung zu tragen wurde das Gerichtsgebäude an der Königstraße in den Jahren 1899/1900 mit einem Anbau versehen; 1933/1934 entstand der Erweiterungsbau mit dem Eingang an der Bismarckstraße und im Dezember 1959 wurde ein weiterer Anbau an der Bismarckstraße seiner Bestimmung übergeben.
Mit der Gebietsreform von 1972 wurden die bisher eigenständigen Amtsgerichte von Bad Aibling und Wasserburg dem Amtsgericht Rosenheim als Zweigstellen angegliedert.
Das ehemalige Rosenheimer Gerichtsgefängnis in der Münchener Straße, Ansicht aus dem frühen 20. Jahrhundert
Das ehemalige Gefängnis Rosenheim - Südseite - um 1950
Amtsgericht Rosenheim Bismarckstraße um ca. 1936
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Die 3 Standorte des Amtsgerichts in Rosenheim
Gebäude Bismarckstraße 1 in Rosenheim
Anbau Bismarckstraße 1
Im Gebäude an der Bismarckstraße sind zur Zeit folgende Abteilungen untergebracht:
- Gerichtsverwaltung
- Nachlassgericht
- Zivilgericht
- Strafgericht
- Vollstreckungsgericht
Gebäude in der Rathausstraße 32
Hier in der Rathausstraße 32 ist das Familiengericht untergebracht.
Der Neubau auf dem Beilhackgelände, Kufsteiner Straße 32
Gebäude Kufsteiner Straße 32
Am 21. Juni 2010 war es endlich soweit. Die ersten Lastwägen rollten an und die ersten Grundakten wurden ins neue Gebäude an der Kufsteiner Straße gebracht.
In diesem ersten Bauabschnitt auf dem Beilhackgelände befinden sich das Grundbuchamt und das Betreuungsgericht.
Amtsgericht Rosenheim - Zweigstelle Bad Aibling
Wappen der Stadt Bad Aibling
Der Hofberg, auf dem sich die Zweigstelle des Amtsgerichtes Rosenheim befindet, kann auf eine lange Geschichte von ca. 2.500 Jahren zurückblicken. Der Name bezieht sich auf den Königshof, den die Karolinger hier, wie anderswo für ihre Wohn- und Regierungszwecke eingerichtet hatten. Beginnend mit den Kelten war der Hofberg schon Schauplatz der Geschichte. Das von diesen errichtete Oppidum wurde später von den Römern in eine kastellartige Anlage umgebaut. Nach deren Abzug diente der Hofberg den Karolingern als Pfalz. Heinrich der Heilige (1002- 1024) schenkte diese Pfalz dem Bistum Bamberg. Seit dieser Zeit taucht in den Urkunden die „Vogtei Aibling“ (1007-1230) auf. Später gelang es den Wittelsbachern auch im Aiblinger Raum die Landesherren zu werden (13.-19. Jahrhundert). Bayern wurde in „Ämter“, so auch das „Amt Aibling“, eingeteilt, aus dem sich im weiteren Verlaufe das Landgericht (später Pflegegericht) entwickelte. Dieses konnte sich, mit kurzer Unterbrechung, bis zum Jahr 1861/62 behaupten. Die Neuorganisation der Landgerichte bescherte auch Aibling ein mit verminderter Kompetenz ausgestattetes Amtsgericht. Seit der Gebietsreform des Jahres 1972/73 ist der Hofberg eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Rosenheim.
Gebäude der amtsgerichtlichen Zweigstelle in Bad Aibling, Hofberg 5
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Amtsgericht Rosenheim - Zweigstelle Wasserburg
Wappen der Stadt Wasserburg am Inn
Die Zweigstelle Wasserburg befindet sich im sogenannten "Kernhaus". Die Fassade dieses dem Rathaus gegenüber- liegenden Patrizierhauses wurde um 1738 durch den be- kannten Münchner Hofstukkateur Johann Baptist Zimmer- mann gestaltet, indem er zwei Gebäude hinter einer ein- heitlichen Front zusammenfaßte. Sie zählt zu den schönsten Rokoko-Fassaden Süddeutschlands und wurde durch die ungewöhnlich wohlhabende Patrizierfamilie Kern in Auftrag gegeben. 1795 wurde das Kernhaus von der Stadt Wasserburg als Stadtrichterhaus erworben. Der linke Teil wurde in den Jahren 1965/68 zu einem modernen Justizge- bäude umgebaut. Der rechte Teil beherbergt heute ein Hotel. Seit der Auflösung des Landkreises Wasserburg 1972/1973 ist das Gericht eine Zweigstelle des Amtsgerichts Rosenheim.
Gebäude der amtsgerichtlichen Zweigstelle in Wasserburg, Marienplatz 7
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