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Landgericht München I

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Portal > Gerichte > LG > München I > Presse > Archiv > 2008 - Letzte Änderung: 28.07.2008


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28.7.2008

Amtswechsel am Landgericht München I

- Präsidentin Constanze Angerer geht in den Ruhestand -

(Pressesprecher: RiLG Tobias Pichlmaier und VorsRiLG Dr. Frank Tholl)

Als derzeit einzige Präsidentin eines bayerischen Landgerichts verabschiedet sich Constanze Angerer Ende Juli in den Ruhestand. Damit geht am Landgericht nach fast sieben Jahren, die Constanze Angerer an der Spitze des größten Landgerichts im Freistaat stand, eine Ära zu Ende.

In die Amtszeit der scheidenden Präsidentin fallen nicht nur viele spektakuläre Prozesse wie etwa die Verfahren rund um die Kirch-Pleite, die Übernahme der HypoVereinsbank oder – im Strafrecht – die Morde an Moshammer und Böhringer oder die Siemens-Korruptionsaffäre. Das Gericht musste in dieser Zeit auch einer ganzen Flut von Klagen – insbesondere von geprellten Kapitalanlegern – Herr werden und zudem einschneidende Reformen im Bereich des Zivilprozesses verdauen. Dem organisatorischen Talent und der zupackenden Art der Präsidentin ist es zu danken, dass das Landgericht all dies trotz stetiger Stellenkürzungen bei steigenden Verfahrenseingängen bewältigt hat.

„Es erfüllt mich mit Stolz und Genugtuung, dass die Mitarbeiter des Landgerichts die besonderen Herausforderungen in den letzten sieben Jahren so bravourös gemeistert haben.“

- so die Präsidentin.

Die scheidende Präsidentin hat dem Landgericht in vielen Bereichen ihren Stempel aufgedrückt und sich Verdienste erworben, die fortwirken: Durch die Zuweisung von Sonderzuständigkeiten hat sie nicht nur der fachlichen Spezialisierung der Richter, sondern auch der Rechtssicherheit der Bürger einen Dienst erwiesen. Besonders wichtig war der Präsidentin auch die gute Zusammenarbeit mit der Anwaltschaft und der Presse. Mit dem Projekt der Streitbeilegung durch eine gerichtliche Mediation hat sie das Landgericht zu einem der Pioniere in Sachen gütlicher Streitbeilegung gemacht. Wie erfolgreich die Mediation zur Befriedung von Konflikten einsetzen lässt, erklärt die Präsidentin gerne mit folgender Anekdote:

„Besonders gerne erinnere ich mich an den Fall, in dem in einem Praxisstreit zwischen einem Ärzteehepaar zu schlichten war, das sich in Scheidung befand. Die beiden arbeiteten noch immer in der gemeinsamen Praxis und machten sich dort gegenseitig das Leben schwer. Die Mediatorin war dann so erfolgreich, dass sie nicht nur den Streit in der Praxis, sondern gleich den ganzen Scheidungskrieg des Paares beigelegt hat.“

Mit Constanze Angerer geht eine bei den knapp 500 Mitarbeitern des Gerichts äußerst beliebte Präsidentin. Präsidialer Dünkel war ihre Sache nicht; dafür hatte sie immer ein offenes Ohr und einen guten Rat für ihre Mitarbeiter. Das Feld für die Nachfolge hat sie bestellt:

„Das Landgericht München I ist auch für neue Herausforderungen gerüstet. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, was die Zukunft des Gerichts angeht.“