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Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Justizvollzugsanstalt im Kloster Kaisheim, das im Jahr 1133 als Zisterzienser-Kloster gegründet wurde

Hilfen für Angehörige

"Mein Partner/meine Partnerin ist in Haft"

Mein Partner ist in Haft...

Mein Sohn, meine Tochter ist in Haft...

Was soll ich tun? Was kann ich tun?

Jemand, der ihnen nahe steht, ist im Gefängnis. Sie machen sich Sorgen.
Sie wissen nicht, wie es ihm oder ihr geht. Vorwürfe schießen ihnen
durch den Kopf und Selbstvorwürfe. Unsicherheit und Angst beschäftigen
einen, auch wenn man selbst mit der Gefangenschaft gar nichts zu tun
hat. Ihn oder sie jetzt nicht allein lassen, denken sie. Aber was
können sie tun, und wie können sie es tun? Und wie sollen sie mit den
enormen Veränderungen im Alltag fertig werden, den sie jetzt vielleicht
allein organisieren müssen? Man kann es doch niemandem sagen...

Ein Buch mit sieben Siegeln

Das Gefängnis ist eine Welt für sich. Ein Ort voller ungewohnter,
unbekannter Regeln. Kein leicht zugänglicher Ort und auch nicht gerade
einladend. Die Mauern sind hoch und an Gerüchten fehlt es nicht. Es ist
nicht immer ohne weiteres verständlich, warum die einen im Gefängnis
sind und die anderen nicht. Fragen über Fragen – die man sich kaum zu
stellen traut aus Furcht vor Voreingenommenheiten und Vorurteilen. Wer
einen Gefangenen nicht allein lässt, bekommt es leicht mit dem
Misstrauen seiner Mitmenschen zu tun. Wer sich da sein
Selbstbewusstsein bewahrt, leistet viel.

Fragen kostet nichts...

Doch das Gefängnis ist kein ungeordneter Raum. Es gibt Menschen, die
ansprechbar sind, wenn Sie Fragen haben. Wie und wann Sie zu Besuch
kommen können, zum Beispiel. Was Sie mitbringen dürfen. Auch wenn Sie
persönliche Probleme haben, die Sie im Moment überfordern. Welche
Beratung und Hilfe Sie "draußen" in Anspruch nehmen können. Als
Kontaktpersonen im Gefängnis stehen Ihnen in der Regel (in den
"größeren", eingeschränkt in den "kleineren" Justizvollzugsanstalten)
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Psychologinnen und Psychologen,
Pfarrerinnen und Pfarrer beider großen christlichen Konfessionen zur
Verfügung. Insbesondere bei den Anstaltsseelsorgern können Sie mit
deren Verschwiegenheit rechnen. Welche besonderen Möglichkeiten der
Beratung und Unterstützung Sie an ihrem Ort oder in der Umgebung finden
können, können Sie bei diesen "Fachdiensten" im Gefängnis erfahren.
Und wenn einer vielleicht nichts weiß, kann er Sie weiter vermitteln.

Einsam bist du klein...

In vielen Fällen werden Sie merken: Ihre "Gefängnisgeschichte" macht
Sie einsam. Angehörige von Gefangenen machen diese Erfahrung immer
wieder. Es darf niemand wissen. Man würde mich meiden. Es ist eine
Schande. Ich kann es den Kindern nicht sagen. Der Besuch fällt so
schwer. Wir werden uns immer fremder. Sie tun sich leichter, wenn Sie reden können. Suchen Sie sich
jemanden, dem Sie vertrauen, dem Sie ihre Geschichte erzählen können.
Das kann eine Psychologin sein in einer Beratungsstelle der Caritas
oder der Diakonie, das können eine Gemeindepfarrerin oder ein
Gemeindepfarrer sein. Dafür sind sie da. An manchen Orten finden Sie vielleicht Zugang zu einer Angehörigengruppe. In jedem Fall werden Sie merken: Es ist keine Schande, von der
Gefangenschaft eines Angehörigen betroffen zu sein. Es ist eine
Aufgabe, die manchmal nicht zu bewältigen zu sein scheint. Aber es ist
keine geringe Aufgabe, in der man auch wachsen und selbstbewusster
werden kann.

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