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Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Justizvollzugsanstalt im Kloster Kaisheim, das im Jahr 1133 als Zisterzienser-Kloster gegründet wurde

Sicherheit

Bayern geht von einem differenzierten dreigeteilten Sicherheitsbegriff aus. Nur ein ausgewogenes Verhältnis von instrumenteller Sicherheit (Mauern, Gitter, Schlösser, Alarmanlagen, Ausrüstung etc.), administrativer Sicherheit (Sicherungs- und Alarmpläne, Dienstpläne, Vollzugskonzepte, Aus- und Fortbildung, verantwortungsvolle Lockerungspraxis etc.) und sozialer Sicherheit (Anstaltsatmosphäre, Arbeitsbedingungen, Freizeitmöglichkeiten etc.) gewährleisten ein Höchstmaß an Sicherheit.

Den gestiegenen Sicherheitsanforderungen tragen die Ausstattungsmaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in den bayerischen Justizvollzugsanstalten Rechnung:

Aus dem breiten Spektrum der baulichen und sicherheitstechnischen Maßnahmen ist besonders zu erwähnen, dass mit den im Jahr 2008 überarbeiteten Empfehlungen einer interministeriellen Arbeitsgruppe für den Bau von Justizvollzugsanstalten den Anstaltsleitern auch im Sicherheitsbereich eine wichtige Orientierungshilfe vorliegt. Für alle 36 Justizvollzugsanstalten wurden individuelle Sicherheitskonzepte erstellt.

Beobachtungsturm Jva München
(Justizvollzugsanstalt München: Beobachtungsturm)

Eine Expertenkommission hat ein Sicherheitsrahmenkonzept für den bayerischen Justizvollzug vorgelegt, dessen Schwerpunkt Handlungsempfehlungen zur Prävention von und Reaktionen auf vollzugsspezifische Gefahrenlagen bilden.

Ein Großteil der Justizvollzugsanstalten ist mit moderner Videosensortechnik ausgestattet. In vielen Anstalten finden Paketdurchleuchtungsgeräte, Detektionsschleusen und Personensicherungsanlagen (z. T. mit Ortung) Verwendung. In 11 Anstalten sind Personen-Herzschlagdetektoren zur Kontrolle von Kraftfahrzeugen im Einsatz. In 16 öffentlichen Krankenhäusern und einem Bezirkskrankenhaus wurden besonders gesicherte Krankenräume für Gefangene mit insgesamt 42 Betten eingerichtet. Um der hohen Zahl betäubungsmittelabhängiger Gefangener und den Versuchen, Rauschgift einzuschmuggeln, wirksam zu begegnen, kommen im bayerischen Justizvollzug neun passiv und ein aktiv verweisender Rauschgiftspürhund zum Einsatz. Die Hundeteams werden in Kooperation mit der Zollhundeschule Neuendettelsau ausgebildet.

In größeren Justizvollzugsanstalten bestehen Sicherungsgruppen mit besonders ausgewählten sowie eigens aus- und fortgebildeten Bediensteten. Qualifizierende Weiterbildungslehrgänge für Angehörige der zweiten Qualifikationsebene, die schwerpunktmäßig Sicherheitsaufgaben wahrnehmen, jährliche Fortbildungsveranstaltungen für Sicherheitsbeamte und turnusmäßig wechselnde Sicherheitspartnerschaften unterstreichen den hohen Stellenwert, der in den bayerischen Justizvollzugsanstalten der Sicherheit beigemessen wird.

Regelmäßige Geiselnahme- und Feuerwehrübungen in den Justizvollzugsanstalten bereiten zudem Bedienstete und externe Einsatzkräfte auf mögliche Ernstfälle vor.