Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Amtsgericht München

Informationen zur Ersten Juristischen Staatsprüfung

Erste Juristische Staatsprüfung als Teil der Ersten Juristischen Prüfung

Die Erste Juristische Staatsprüfung (Hochschulabschlussprüfung) wurde im Zuge der Neufassung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen (JAPO) vom
13. Oktober 2003 (GVBI S. 758), zuletzt geändert durch Verordnung vom 10. September 2013 (GVBI S. 606) durch die zweigeteilte Erste Juristische Prüfung (EJP) ersetzt. Diese besteht aus der staatlichen Pflichtfachprüfung (= Erste Juristische Staatsprüfung, EJS), die vom Landesjustizprüfungsamt durchgeführt wird, und der an der jeweiligen Universität abzulegenden universitären Schwerpunktbereichsprüfung (= Juristische Universitätsprüfung, JUP), § 1 Satz 2 JAPO.

Jährlich werden zwei Prüfungstermine der Ersten Juristischen Staatsprüfung (staatliche Pflichtfachprüfung) durchgeführt. Die schriftlichen Prüfungen finden jeweils im März (z.B. 2013/1) und im September (z.B. 2013/2) statt.

Die Organisation der Juristischen Universitätsprüfung obliegt den bayerischen Juristischen Fakultäten. Einzelheiten hierzu finden Sie in den jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen.

Leistungsnachweise
Praktische Studienzeit

Informationen zur praktischen Studienzeit

(§ 25 JAPO i.d.F. vom 13. Oktober 2003, GVBl S. 758, zuletzt geändert durch Verordnung vom 10. September 2013, GVBI S. 606)

Mit diesen Informationen möchten wir Sie umfassend über die Anforderungen an die praktische Studienzeit informieren. Soweit Ihre Fragen in diesem Informationsblatt nicht beantwortet werden, steht Ihnen das Landesjustizprüfungsamt, Prielmayerstraße 7, 80335 München (Tel. 089 / 5597-2590 und -2604) gerne zur Verfügung.

Prüfungsgebiete

Prüfungsgebiete der Ersten Juristischen Staatsprüfung

Die Prüfungsgebiete der Ersten Juristischen Staatsprüfung ergeben sich aus
§ 18 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen (JAPO).

Nach § 18 Abs. 1 Satz 1 JAPO erstreckt sich die Erste Juristische Staatsprüfung auf die in § 18 Abs. 2 JAPO näher definierten Pflichtfächer mit ihren geschichtlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen, rechtsphilosophischen und europarechtlichen Grundlagen. Die Bedeutung der Grundlagenelemente in der Ersten Juristischen Staatsprüfung hat der Prüfungsausschuss für die Erste Juristische Staatsprüfung in seinem Beschluss vom 31. August 2009 näher erläutert:

Nachstehend finden Sie ein Beispiel für eine Prüfungsaufgabe mit grundlagenbezogenen theoretischen Zusatzfragen, die im Termin 2001/1 gestellt worden ist; zum Prüfungstermin 2001/1 existierte allerdings der oben genannte Beschluss - insbesondere die darin enthaltene Begrenzung von theoretischen Zusatzfragen auf ein Viertel der Gesamtlösung - noch nicht.

Die Möglichkeiten und Grenzen einer Berücksichtigung rechtsgestaltender oder rechtsberatender Fragestellungen hat der Prüfungsausschuss für die Erste Juristische Staatsprüfung in seinem Beschluss vom 20. Juni 2008 aufgezeigt, dem in der Anlage zahlreiche Beispiele beigefügt sind.

Gegenstände der Pflichtaufgaben

Gegenstände der Pflichtaufgaben - Erste Juristische Staatsprüfung

Die Gegenstände der Pflichtaufgaben sind in der Anlage 1 des jeweiligen Jahresberichts enthalten.

Informationen zum Ablauf
Freiversuch
Termine

Termine der Ersten Juristischen Staatsprüfung

Für den schriftlichen Teil der Ersten Juristischen Staatsprüfung sind folgende Prüfungstermine bereits verbindlich festgelegt:

Termin Prüfungstage der schriftlichen Prüfung Meldeschluss
2015/1 3. mit 10. März 2015 2. Januar 2015
2015/2 4. mit 11. September 2015 18. Juni 2015
2016/1 8. mit 15. März 2016 6. Januar 2016
2016/2 6. mit 13. September 2016 16. Juni 2016


Die mündlichen Prüfungen für die März-Termine finden regelmäßig im Juli statt, die für die September-Termine im Januar/Februar des folgenden Jahres. 

Das Landesjustizprüfungsamt erledigt die Anmeldungen zur Prüfung so schnell wie möglich und übersendet Ihnen den Bescheid über Ihre Zulassung zur Prüfung unmittelbar nach der Bearbeitung. Allerdings geht der Großteil der Anmeldungen normalerweise erst gegen Ende der Meldefrist ein. Eine Bearbeitungszeit von mehreren Wochen lässt sich bei einer späten Anmeldung zur Prüfung nicht vermeiden, da das Landesjustizprüfungsamt im gleichen Zeitraum die Vorbereitung und Durchführung der mündlichen Prüfungen des vergangenen Termins sicherstellen muss. 

Bitte sehen Sie nach Einreichen Ihrer Anmeldung davon ab, anzufragen, ob ihre Anmeldung auch tatsächlich eingegangen ist!
Solche Anfragen können im Interesse einer zügigen Behandlung aller Anmeldungen leider nicht beantwortet werden.

Mit der Zulassung zur Prüfung ist die Anmeldung verbindlich und kann nicht mehr zurückgenommen werden.

Anmeldung zur Prüfung

Anmeldung zur Ersten Juristischen Staatsprüfung

Die Anmeldung für die Erste Juristische Staatsprüfung ist seit dem 1. Oktober 2013 nur noch über das auf dieser Internetseite zur Verfügung gestellte elektronische Anmeldeportal möglich.

Ihre Anmeldung wird bereits mit der elektronischen Übermittlung Ihrer Anmelde- daten rechtlich verbindlich.

Das Landesjustizprüfungsamt kann über die Zulassung zur Prüfung erst nach vollständiger Übersendung Ihrer Unterlagen entscheiden. Sie sind daher verpflichtet, die für die Zulassung erforderlichen Dokumente in Papierform unverzüglich beim Landesjustizprüfungsamt nachzureichen, da Ihr Antrag ansonsten zurückgewiesen werden muss.


Nach erfolgreichem Abschluss des Online-Anmeldevorgangs erhalten Sie
eine Bestätigung Ihrer Anmeldung per E-Mail. Mit dieser E-Mail erhalten Sie ein PDF-Dokument, das alle von Ihnen übermittelten Daten enthält. Bitte verwenden Sie einen Ausdruck als Begleitschreiben für die in Papierform nachzureichenden Unterlagen.

Stellen Sie nach Absendung Ihrer elektronischen Anmeldung Eingabefehler fest, berichtigen Sie die fehlerhaften Angaben bitte in auffälliger Weise von Hand im Begleitschreiben.

Bitte übersenden Sie die nachzureichenden Unterlagen per Post an folgende Anschrift:

Bayerisches Staatsministerium der Justiz
-
Landesjustizprüfungsamt -
Prielmayerstraße 7
80335 München

Die Anmeldung ist nur für den jeweils nächsten Prüfungstermin möglich. Der
Anmeldezeitraum beginnt gleichzeitig mit dem Semester (Wintersemester: 1. Oktober, Sommersemester: 1. April des Jahres) und endet einen Monat vor Vorlesungsschluss des jeweiligen Semesters.

Teilnehmer zur Notenverbesserung, die den ersten erfolgreichen Prüfungsversuch im unmittelbaren Vortermin abgelegt haben, können sich noch bis unverzüglich nach ihrer mündlichen Prüfung für den Folgetermin anmelden.

Ist die Meldefrist bei Erhalt des Bescheides über das Nichtbestehen der Prüfung
im Freiversuch bereits verstrichen, ist eine Meldung zum unmittelbaren Folgetermin noch unverzüglich möglich.

Damit wir Ihre Anmeldung möglichst zügig bearbeiten können, bitten wir, von
Sachstandsanfragen abzusehen. Sie erhalten so bald wie möglich einen Bescheid.

Sollten Sie am Tag des Vorlesungsschlusses des Semesters Ihrer Anmeldung noch keinen Bescheid erhalten haben, setzen Sie sich bitte unverzüglich mit dem Landesjustizprüfungsamt in Verbindung (Tel. 089/5597 - 2604 oder -2590).

Exmatrikulation
Hilfsmittelbekanntmachung

Hilfsmittelbekanntmachung für die Erste Juristische Staatsprüfung in Bayern

Fragen zu den Hilfsmitteln aus aktuellem Anlass

Die Loseblattsammlung "Ziegler/Tremel, Verwaltungsgesetze des Freistaates Bayern" wurde mit der Ergänzungslieferung März 2014 umbenannt in "Ziegler/Tremel, Gesetze des Freistaates Bayern" und ist auch unter diesem Titel zugelassenes Hilfsmittel im Sinn von Nr. 1.3 der Hilfsmittelbekanntmachung für die Erste Juristische Staatsprüfung.

Fragen zur Hilfsmittelbekanntmachung für die Erste Juristische Staatspruefung

Über die Zulassung von Hilfsmitteln entscheidet gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 4 JAPO der Prüfungsausschuss für die Erste Juristische Staatsprüfung. Ihm obliegt auch die Entscheidung, wann ein Hilfsmittel unzulässig ist und seine Benutzung oder sein Besitz als Unterschleif gemäß § 11 JAPO zu werten ist. Der Prüfungsausschuss wird jedoch lediglich ex post bei Verdachtsfällen tätig, die ihm vom Landesjustizprüfungsamt vorgelegt werden. Unter dieser Prämisse hat das Landesjustizprüfungsamt zu häufig gestellten Fragen nachstehende Antworten verfasst.

Häufig gestellte Fragen:

  • Eine Ergänzungslieferung beziehungsweise Neuauflage eines der zugelassenen Hilfsmittel soll kurz vor oder kurz nach Beginn der schriftlichen Prüfung erscheinen. Ist diese Ergänzungslieferung beziehungsweise diese Neuauflage ein zulässiges Hilfsmittel?

    Antwort:
    Nach Nr. 3.3 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS sind während eines Prüfungsteils erscheinende Ergänzungslieferungen beziehungsweise Neuauflagen von Hilfsmitteln unzulässig. Zugelassen sind für die schriftliche Prüfung daher alle Hilfsmittel, die einschließlich des letzten Tages vor dem ersten Prüfungstag allgemein erhältlich sind. Allgemein erhältlich ist ein Hilfsmittel am Folgetag des Tages des Erscheinens, den der Verlag in seinem Internetauftritt angibt oder auf Nachfrage als Tag des Erscheinens mitteilt.
  • In einem bestimmten Rechtsgebiet steht eine wichtige Änderung der Gesetzeslage bevor. Existiert eine Anweisung, welche Rechtslage in der schriftlichen Prüfung zugrunde zu legen ist; und welche Fassung soll das Hilfsmittel haben, das ich zur Staatsprüfung mitbringe?

    Antwort:
    Soweit der Bearbeitervermerk nichts anderes bestimmt, ist der Prüfung die Rechtslage zugrunde zu legen, die sich am Tag der Bearbeitung aus dem zugelassenen Hilfsmittel in der zur Prüfung aktuellen Fassung ergibt. Der Prüfungsausschuss für die Erste Juristische Staatsprüfung stellt in jedem Fall sicher, dass die Aufgaben anhand der zugelassenen Hilfsmittel in der zur Prüfung aktuellen Fassung lösbar sind, oder sorgt auf andere Weise dafür, dass die einschlägigen Normen in der Prüfung zur Verfügung stehen.
  • Ich würde bei der Prüfung gerne zwei Exemplare eines Hilfsmittels benutzen. Muss ein Exemplar der aktuellen Auflage entsprechen und müssen die Exemplare aus zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Auflagen stammen?

    Antwort:
    Nach Nr. 3.2 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS können von allen gebundenen Hilfsmitteln zwei verschiedene Auflagen zur Prüfung mitgebracht werden. Bei diesen Auflagen muss es sich weder um zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Auflagen handeln noch muss zwingend eines der Exemplare der aktuellen Auflage entsprechen; gleichwohl ist es empfehlenswert, zur Prüfung die Hilfsmittel in der aktuellen Fassung mitzubringen. Von Loseblattsammlungen darf nach Nr. 3.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS jeweils nur ein Exemplar zur Prüfung mitgebracht werden.
  • Bei einem meiner Hilfsmittel fehlen einige Seiten. Darf ich diese durch Kopien ergänzen? Darf ich zwei Exemplare dieses Hilfsmittels in der gleichen Auflage mitbringen?

    Antwort:
    Fehlende Seiten dürfen nicht durch Kopien ergänzt werden. Hiervon können keine Ausnahmen gemacht werden, und zwar auch nicht bei Fehldrucken. Kann ein neues Exemplar des Hilfsmittels nicht mehr angeschafft werden, kann hinsichtlich aller gebundenen Hilfsmittel zusätzlich zu dem fehlerhaften Exemplar ein weiteres Exemplar in einer anderen Auflage zur Prüfung mitgebracht werden; ein weiteres Exemplar in der gleichen Auflage wäre aber nach Nr. 3.2 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS unzulässig. Bei Loseblattsammlungen darf nach Nr. 3.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS von vornherein nur ein Exemplar zur Prüfung mitgebracht werden; hier besteht in der Regel aber die Möglichkeit, bei dem Verlag die fehlenden Seiten nachzubestellen.
  • Was versteht man unter Bemerkungen nach Nr. 4.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS?

    Antwort:
    Unter das Verbot von Bemerkungen fallen nicht nur jegliche Wortanmerkungen, sondern auch Abkürzungen, Symbole und andere Kennzeichnungen, die diese ersetzen sollen, wie zum Beispiel "a" oder "~" für "analog", "+" für "anwendbar", "-" beziehungsweise Streichung, "( )", "[ ]" oder "< >" für "nicht anwendbar", "u." beziehungsweise "&" für "und", "?" beziehungsweise "!" für die Kennzeichnung eines Problems oder "->" beziehungsweise "=" für die Kennzeichnung einer Schlussfolgerung. Da jeder Prüfungsteilnehmer selbst für die Ordnungsgemäßheit seiner Hilfsmittel verantwortlich ist, wird bei verbleibenden Zweifeln dazu geraten, auf die fragliche(n) Kommentierung(en) zu verzichten.
  • Welche Bestandteile darf eine Verweisung auf Vorschriften nach Nr. 4.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS enthalten?

    Antwort:
    Die zugelassenen handschriftlichen Verweisungen auf Vorschriften (Zahlenhinweise) umfassen sämtliche zur Konkretisierung der jeweiligen Vorschrift(en) erforderlichen Angaben, wie zum Beispiel "§" oder "Art.", "BGB", "StGB", "1. HS", "1. Alt." und "f." oder "ff." für "(fort)folgende". Zulässig ist es auch, die Ordnungsnummer der jeweiligen Textsammlung, unter der die Vorschrift zu finden ist, mit anzugeben. Beispiel für eine zulässige Verweisung: "Art. 1 Abs. 1 c) BayImSchG (Z/T 348)".
  • Darf ich in meinen Hilfsmitteln auch Worte durchstreichen?

    Antwort:
    Nein, bei Durchstreichungen handelt es sich um unzulässige Bemerkungen nach Nr. 4.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS. Erlaubt sind nur Unterstreichungen.
  • Darf ich farbliche Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen in meinen Hilfsmitteln vornehmen?

    Antwort:
    In den Hilfsmitteln können grundsätzlich auch farbliche, und zwar auch verschieden farbliche, Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen (zum Beispiel mit Buntstift, Filzstift, Tinten- oder Kugelschreiber, Textmarker) vorgenommen werden. Allerdings dürfen die farblichen Markierungen keine über die bloße Hervorhebung hinausgehende Bedeutung haben (zum Beispiel rot für Zulässigkeit und blau für Begründetheit, gelb für Anspruchsgrundlagen). Da jeder Prüfungsteilnehmer selbst für die Ordnungsgemäßheit seiner Hilfsmittel verantwortlich ist, wird bei verbleibenden Zweifeln dazu geraten, auf die fragliche(n) Kommentierung(en) zu verzichten.
  • Wie viele Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen darf ich aufnehmen?

    Antwort:
    Eine Richtlinie, wie viele Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen pro Seite zulässig sind, existiert nicht. Aus dem Wortlaut der Hilfsmittelbekanntmachung EJS ergibt sich, dass der Umfang der zulässigen Kommentierungen nicht unbegrenzt ist. Für die Überschreitung des zulässigen Umfangs kann zum einen die Anzahl der zu einem Paragraphen angebrachten Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen, zum anderen aber auch die Anzahl der auf einer einzelnen Seite angebrachten Bemerkungen sowie der Gesamteindruck des so kommentierten Gesetzestextes erheblich sein. Da jeder Prüfungsteilnehmer selbst für die Ordnungsgemäßheit seiner Hilfsmittel verantwortlich ist, wird bei verbleibenden Zweifeln dazu geraten, auf die fragliche(n) Kommentierung(en) zu verzichten.
  • Wann sind Bemerkungen schematisch aufgebaut oder dienen der Umgehung des Kommentierungsverbots?

    Antwort:
    Verweisungen auf Vorschriften beziehungsweise Unterstreichungen dienen der Umgehung des Kommentierungsverbots i.S.v. Nr. 4.1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS, wenn ihnen eine über die Verweisung oder Hervorhebung hinausgehende Bedeutung zukommt (Beispiele: Zahlenhinweis mit oder ohne Paragraphenzeichen für analog oder direkt anwendbar, Zahlenhinweis links oder rechts der Vorschrift oder Verwendung von unterschiedlichen Farben für Rechtsgrund- oder Rechtsfolgenverweisung). Schematische und damit unzulässige Zusammenstellungen liegen vor, wenn durch eine Zusammenstellung mehrerer Verweise auf Paragraphen ein Prüfungs- oder Aufbauschema dargestellt wird. Dagegen ist es zulässig, Verweisungen direkt an demjenigen Wort einer Vorschrift, auf das sie sich beziehen, anzubringen, also zum Beispiel auch zwischen den Zeilen einer Vorschrift. Da jeder Prüfungsteilnehmer selbst für die Ordnungsgemäßheit seiner Hilfsmittel verantwortlich ist, wird bei verbleibenden Zweifeln dazu geraten, auf die fragliche(n) Kommentierung(en) zu verzichten.
  • Darf ich meine Hilfsmittel mit Reitern/Einmerkern/Registern versehen?

    Antwort:
    Reiter/Einmerker/Register sind nach Nr. 4.3 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS zulässig, soweit sie ausschließlich Gesetzesbezeichnungen und Verweisungen auf Vorschriften (Zahlenhinweise) enthalten, zum Beispiel "BGB" oder "§ 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB". Die Reiter/Einmerker/Register dürfen außerdem nicht der Umgehung des Kommentierungsverbotes dienen, d.h. die Reiter/Einmerker/Register dürfen nicht so angebracht werden, dass sie einen über das bloße Erleichtern des Auffindens hinausgehenden Sinn enthalten. Auch vorgedruckte, im Buchhandel erhältliche Register sind grundsätzlich zulässig, wenn sie den vorstehend erläuterten Anforderungen genügen.
  • Der Verlag hat einem zugelassenen Hilfsmittel eine Synopse/Anlage beigegeben. Darf ich diese zur Prüfung mitbringen?

    Antwort:
    Beilagen (zum Beispiel Synopsen, Berichtigungen und Nachträge), die zugelassenen Hilfsmitteln beziehungsweise Ergänzungslieferungen zu diesen bereits beim Verkauf vom Verlag beigegeben werden, sind keine Beilagen im Sinne von Nr. 4.2 Satz 1 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS, sondern Bestandteil des Hilfsmittels und damit zulässig. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Beilagen dem betroffenen Hilfsmittel schon bei seinem ersten Erscheinen oder erst später vom Verlag beim Verkauf beigegeben werden. Nicht zulässig ist es jedoch, Berichtigungen und Nachträge, die der Verlag in seinem Internetauftritt veröffentlicht, auszudrucken und zur Prüfung mitzubringen.
  • Der Verlag hat in seinem Internetauftritt eine Ergänzung zu einem der zulässigen Hilfsmittel veröffentlicht. Darf ich diesen Text ausdrucken und zur Prüfung mitbringen?

    Antwort:
    Nein, 
    es handelt sich bei diesem Zusatz um eine Beilage nach Nr. 4.2 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS. Die Ergänzung ist ein unzulässiges Hilfsmittel.
  • Wie muss ein zulässiger Kalender aussehen?

    Antwort:
    Ein Kalender ist nach Nr. 1.6 der Hilfsmittelbekanntmachung EJS jedenfalls zulässig, wenn er das Jahr lediglich nach Monaten, Wochen, Tagen und entsprechenden Daten darstellt. Unschädlich ist es, wenn gleichzeitig Feiertage und Schulferien ausgewiesen werden. Beschränkt sich der Kalender auf die vorgenannten Inhalte, sind sowohl die Herkunft als auch die Gestaltung des Kalenders unerheblich. Es ist daher auch zulässig, einen Kalender aus dem Internet auszudrucken.
  • Wie viele Kalender darf ich zur Prüfung mitbringen?

    Antwort:
    Es existieren keine Bestimmungen dazu, wie viele Kalender zur Prüfung mitgebracht werden dürfen. Es ist jedoch ratsam, zumindest einen Kalender zum aktuellen und zum vergangenen Jahr mitzubringen.

Bitte beachten Sie auch die etwaigen Hinweise unter "Aktuelles/Weiteres".

Aktuelles / Weiteres
  • Informationen zur Notenbekanntgabe der Ersten Juristischen Staatsprüfung 2014/2

    Die Ergebnisse des schriftlichen Teils und die Ladungen zur mündlichen Prüfung werden voraussichtlich am

    Montag, den 5. Januar 2015

    versandt. Nach planmäßiger Versendung der Prüfungsergebnisse finden Sie hier ab 16.00 Uhr desselben Tages eine Übersicht der mündlichen Prüfungen des Prüfungstermins EJS 2014/2. Aus dieser Übersicht ergibt sich auch der letzte Prüfungstag für die einzelnen Prüfungsorte. Zeitgleich wird eine Liste der Prüfungsergebnisse zur Verfügung gestellt, aus der Sie nach Eingabe Ihres persönlichen Ergebnis-Codes die Gesamtnote Ihrer schriftlichen Prüfung und den Tag Ihrer mündlichen Prüfung erfahren können.

    Eine frühere Versendung der Prüfungsergebnisse ist wegen der notwendigen Vorarbeiten nicht möglich.

    Die mündlichen Prüfungen beginnen bayernweit am

    Dienstag, den 13. Januar 2015.

    Die Einteilung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt grundsätzlich in alphabetischer Reihenfolge. Davon wird gelegentlich aus sachlichen Gründen (z.B. bei Namensgleichheit von Prüfungsteilnehmern) abgewichen.

  • Einsicht in Prüfungsarbeiten und Herstellung von Kopien

    Im Rahmen der Einsicht in ihre Prüfungsarbeiten (Informationen hierzu erfolgen schriftlich) können die Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer Kopien ihrer Prüfungsarbeiten anfertigen, z.B. durch Abfotografieren. Das Landesjustizprüfungsamt und die Örtlichen Prüfungsleitungen können hierbei nicht behilflich sein oder ein Kopiergerät zur Verfügung stellen. Sachverhalt und Fragestellungen der Prüfungsaufgaben sowie die Korrekturanmerkungen und Bewertungsbegründungen der Prüferinnen und Prüfer unterliegen dem Urheberrechtsschutz. Die Erlaubnis zur Anfertigung von Kopien dient allein dem Zweck der eigenen Einsicht. Eine Weitergabe an Dritte und die Veröffentlichung im Internet oder auf anderem Weg sind verboten und können im Falle eines Verstoßes rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Unberührt hiervon bleibt die Weitergabe zum Zweck der Rechtsverfolgung im Rahmen eines Nachprüfungs- oder Klageverfahrens, insbesondere an eine bevollmächtigte Rechtsanwältin oder einen bevollmächtigten Rechtsanwalt.
  • Hinweise für Raucher:

    Bitte beachten Sie, dass aufgrund des Gesundheitsschutzgesetzes vom 20. Dezember 2007 (GVBl S. 919) das Rauchen in öffentlichen Gebäuden nicht erlaubt ist. Da die Erste und Zweite Juristische Staatsprüfung in öffentlichen Gebäuden abgehalten werden, ist das Rauchen im gesamten Prüfungsbereich nicht gestattet. Das Verlassen des Prüfungsbereichs kann auch zum Zwecke des Rauchens nicht gestattet werden.

Einsicht in Prüfungsarbeiten und Herstellung von Kopien

Im Rahmen der Einsicht in ihre Prüfungsarbeiten (Informationen hierzu erfolgen schriftlich) können die Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer Kopien ihrer Prüfungsarbeiten anfertigen, z.B. durch Abfotografieren. Das Landesjustizprüfungsamt und die Örtlichen Prüfungsleitungen können hierbei nicht behilflich sein oder ein Kopiergerät zur Verfügung stellen. Sachverhalt und Fragestellungen der Prüfungsaufgaben sowie die Korrekturanmerkungen und Bewertungsbegründungen der Prüferinnen und Prüfer unterliegen dem Urheberrechtsschutz. Die Erlaubnis zur Anfertigung von Kopien dient allein dem Zweck der eigenen Einsicht. Eine Weitergabe an Dritte und die Veröffentlichung im Internet oder auf anderem Weg sind verboten und können im Falle eines Verstoßes rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Unberührt hiervon bleibt die Weitergabe zum Zweck der Rechtsverfolgung im Rahmen eines Nachprüfungs- oder Klageverfahrens, insbesondere an eine bevollmächtigte Rechtsanwältin oder einen bevollmächtigten Rechtsanwalt.

Beratungsangebote bei endgültig nicht bestandener EJS

Wo finde ich Beratung bezüglich meiner beruflichen Umorientierung, wenn ich in der Prüfung endgültig gescheitert bin?

  • Allgemeine Ansprechpartner: Prüfungsteilnehmer, die die Erste oder Zweite Juristische (Staats-)Prüfung endgültig nicht bestanden haben, können sich an die Agentur für Arbeit unter der Service-Nummer 0800 / 4 5555 00 wenden (gebührenfrei). 

    Daneben gibt es auch private Dienstleister, die Beratung für Jurastudenten ohne Abschluss anbieten.
  • Spezielle Ansprechpartner: Prüfungsteilnehmer welche die Erste Juristische Staatsprüfung endgültig nicht bestanden haben.
Klageerhebung / Nachprüfungsverfahren

Diese Informationen gelten gleichermaßen für die Erste Juristische Staatsprüfung als auch für die Zweite Juristische Staatsprüfung.

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zu den Möglichkeiten, Ihr Prüfungsergebnis im Wege der Klage oder im Rahmen eines Nachprüfungsverfahrens gemäß § 14 JAPO zum Gegenstand einer Überprüfung zu machen. Diese Informationen können naturgemäß keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Zur Klageerhebung beachten Sie bitte insbesondere die Ihnen erteilte Rechtsbehelfsbelehrung.

Einzelne Fragen zum Klage- und Nachprüfungsverfahren

  • Ich bin mit der Bewertung meiner schriftlichen Prüfungsarbeiten nicht einverstanden. Welche Möglichkeiten habe ich, hiergegen vorzugehen?

    Antwort:

    Die Bewertung schriftlicher Prüfungsarbeiten kann auf zwei Wegen durch Rechtsbehelf zum Gegenstand einer Überprüfung gemacht werden:

    Erstens kann Klage zum Verwaltungsgericht erhoben werden. Gegenstand der Klage ist nicht die Bewertung der einzelnen Klausur(en), sondern der Prüfungsbescheid über das Ergebnis der gesamten Prüfung. Im Rahmen des Klageverfahrens können dann eventuelle Fehler bei der Bewertung der einzelnen Klausur(en) gerügt werden.

    Zweitens kann die Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens gem. § 14 JAPO beantragt werden. Dieses gibt Prüfungsteilnehmern die Möglichkeit, Einwendungen gegen die Bewertung ihrer einzelnen Prüfungsleistungen zu erheben.

    Klage- und Nachprüfungsverfahren sind voneinander unabhängig. Der Antrag auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens hat keine Auswirkung auf den Lauf der Klagefrist (§ 14 Abs. 5 JAPO).
  • Ich bin mit der Bewertung meiner mündlichen Prüfungsleistungen nicht einverstanden. Welche Möglichkeiten habe ich, hiergegen vorzugehen?

    Antwort:
    Die Bewertung mündlicher Prüfungsleistungen kann auf zwei Wegen durch Rechtsbehelf zum Gegenstand einer Überprüfung gemacht werden:

    Erstens kann Klage zum Verwaltungsgericht erhoben werden. Gegenstand der Klage ist nicht die Bewertung der mündlichen Prüfungsleistungen, sondern der Prüfungsbescheid über das Ergebnis der gesamten Prüfung. Im Rahmen des Klageverfahrens können dann eventuelle Fehler bei der Bewertung der mündlichen Prüfungsleistungen gerügt werden.

    Zweitens kann die Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens gemäß § 14 JAPO beantragt werden. Dieses gibt Prüfungsteilnehmern die Möglichkeit, Einwendungen gegen die Bewertungen ihrer einzelnen Prüfungsleistungen zu erheben.

    Klage- und Nachprüfungsverfahren sind voneinander unabhängig. Der Antrag auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens hat keine Auswirkungen auf den Lauf der Klagefrist (§ 14 Abs. 5 JAPO).
  • Wie lange habe ich Zeit, um Klage zu erheben oder ein Nachprüfungsverfahren zu beantragen?

    Antwort:
    Gegen einen Prüfungsbescheid kann - wie sich aus der hierzu erteilten Rechtsbehelfsbelehrung ergibt - innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe Klage zum Verwaltungsgericht erhoben werden (§ 74 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 VwGO).

    Im Nachprüfungsverfahren können Einwendungen gegen die Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Prüfung erhoben werden; die Einwendungen müssen dann innerhalb von zwei Monaten nach Ergebnisbekanntgabe konkret und nachvollziehbar begründet werden. Wurde die schriftliche Prüfung bestanden, beginnen die Erhebungs- und Begründungsfrist jeweils mit der Bekanntgabe der Prüfungsgesamtnote, also nach der mündlichen Prüfung (§ 14 Abs. 2 JAPO). Wurde die schriftliche Prüfung nicht bestanden, beginnen die Fristen jeweils mit der Bekanntgabe der Gesamtnote der schriftlichen Prüfung, also der Bekanntgabe des Bescheids über das Nichtbestehen (§ 14 Abs. 3 JAPO).

    Im Nachprüfungsverfahren können Einwendungen gegen die Bewertung der mündlichen Prüfungsleistungen unverzüglich (höchstens drei Werktage) nach Bekanntgabe der Prüfungsgesamtnote, also nach der mündlichen Prüfung, erhoben werden; die Einwendungen müssen dann innerhalb eines Monats nach der Bekanntgabe der Prüfungsgesamtnote konkret und nachvollziehbar begründet werden (§ 14 Abs. 2 JAPO).
  • Wo kann ich Klage erheben oder ein Nachprüfungsverfahren beantragen?

    Antwort:
    Die Klage ist beim örtlich zuständigen Verwaltungsgericht zu erheben. Dieses ergibt sich aus der Rechtsbehelfsbelehrung, die jedem Prüfungsbescheid beigefügt ist.

    Der Antrag auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens ist beim Landesjustizprüfungsamt, Prielmayerstraße 7, 80335 München, zu stellen.
  • Welche Form muss ich bei der Klageerhebung und bei der Beantragung eines Nachprüfungsverfahrens jeweils beachten?

    Antwort:
    Eine Klage ist – wie sich auch aus der dem Prüfungsbescheid beigefügten Rechtsbehelfsbelehrung ergibt – schriftlich oder zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des örtlich zuständigen Verwaltungsgerichts zu erheben (§ 81 Abs. 1 VwGO). Die Klage muss den Kläger, den Beklagten (Freistaat Bayern) und den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen und soll einen bestimmten Antrag enthalten. Die zur Begründung dienenden Tatsachen und Beweismittel sollen angegeben, der angefochtene Bescheid soll in Urschrift oder in Abschrift beigefügt werden (§ 82 Abs. 1 VwGO). Der Klage und allen Schriftsätzen sollen Abschriften für die übrigen Beteiligten beigefügt werden (§ 81 Abs. 2 VwGO). Die Klageerhebung in elektronischer Form (z.B. durch E-Mail) ist unzulässig.

    Die Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens ist schriftlich beim Landesjustizprüfungsamt (Prielmayerstraße 7, 80335 München) zu beantragen (§ 14 Abs. 1 JAPO). Hierzu genügt ein Schreiben des Prüfungsteilnehmers mit beispielsweise folgendem Text:

    "Gegen die Bewertung meiner Prüfungsleistungen erhebe ich Einwendungen."

    Die Begründung der Einwendungen muss ebenfalls schriftlich erfolgen (§ 14 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 JAPO). Die Einwendungen gegen die Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten sollen zweifelsfrei erkennen lassen, ob sie sich nur auf die Erst- oder Zweitbewertung oder auf beide Bewertungen beziehen. Weiter ist darauf zu achten, dass die Einwendungen auch konkret und nachvollziehbar begründet werden müssen; andernfalls werden die Einwendungen vom Landesjustizprüfungsamt zurückgewiesen (§ 14 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3, Abs. 4 Satz 1 JAPO).

    Beispiel:

    "Auf Seite 3 meiner Klausurbearbeitung hat der Erstbewerter am Rand vermerkt, es fehle die Prüfung der Verjährung. Tatsächlich habe ich die Verjährung aber bereits auf Seite 2 unten geprüft."

    Ferner sind die Rügen anonymisiert zu halten und dürfen keine sachfremden Erwägungen (beispielsweise Hinweise auf Krankheit, belastende persönliche Situation vor und/oder während der Prüfung, knappes Nichtbestehen etc.) beinhalten. Zudem sollte bei Einwendungen gegen die Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten für jede Prüfungsarbeit eine gesonderte Seite verwendet werden. Es genügt, die Rügen jeweils nur einfach (ohne zusätzliche Abschriften) einzureichen.
  • Muss ich mit der Klageerhebung oder dem Antrag auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens einen Rechtsanwalt beauftragen?

    Antwort:
    Nein. Sowohl für das erstinstanzliche Verfahren vor den Verwaltungsgerichten als auch für das Nachprüfungsverfahren besteht keine Anwaltspflicht (vgl. § 67 Abs. 1 VwGO, § 14 JAPO).
  • Wie läuft ein Nachprüfungsverfahren typischerweise ab, wie viel kostet dieses und wie lange dauert es ungefähr?

    Antwort:
    Das Nachprüfungsverfahren beginnt mit der Erhebung schriftlicher Einwendungen gegen die Bewertung der Prüfungsleistungen (§ 14 Abs. 1 JAPO). Innerhalb der Begründungsfrist sind dann die Einwendungen konkret und nachvollziehbar zu begründen. Die Einholung der Prüferstellungnahmen hierzu wird gemäß Art. 14 Kostengesetz von der Leistung eines entsprechenden Vorschusses abhängig gemacht, der nach Eingang der Begründung durch Kostenrechnung erhoben wird. 

    Für die Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens werden nach Art. 3 Abs. 2 Nr. 2 Kostengesetz in Verbindung mit Tarif-Nr. 9.I.0 Kostenverzeichnis zum Kostengesetz folgende Gebühren erhoben:

    Erste Juristische Staatsprüfung

    Einwendungen gegen die Bewertung 
    der schriftlichen Prüfungsarbeiten: 42,- € je einzuholender Prüferstellungnahme

    Einwendungen gegen die Bewertung
    der mündlichen Prüfungsleistung: 145,- €

    Zweite Juristische Staatsprüfung

    Einwendungen gegen die Bewertung 
    der schriftlichen Prüfungsarbeiten: 45,- € je einzuholender Prüferstellungnahme

    Einwendungen gegen die Bewertung
    der mündlichen Prüfungsleistung: 205,- €

    Bei den Gebühren handelt es sich um Festgebühren, Auslagen werden daneben nicht erhoben.

    Mit Eingang des Kostenvorschusses werden die Einwendungen den jeweiligen Prüfern zur Überprüfung ihrer Bewertung zugeleitet (§ 14 Abs. 4 Satz 2 JAPO). Die Prüfer sind in ihrer Entscheidung unabhängig und an Weisungen nicht gebunden (§ 3 Halbsatz 1 JAPO). Die Prüfer geben zu den Einwendungen eine schriftliche Stellungnahme ab. Nach Eingang aller Prüferstellungnahmen (in der Regel 6 bis 8 Wochen nach Eingang des Kostenvorschusses) wird dem Antragsteller das Ergebnis des Nachprüfungsverfahrens mitgeteilt. Zudem werden ihm bzw. seinem Verfahrensbevollmächtigten Ablichtungen der Prüferstellungnahmen übersandt. Bei einem Erfolg des Nachprüfungsverfahrens, d.h. bei einer Anhebung der Bewertung, entfällt die entsprechende Gebühr (Art. 9 Abs. 4 Kostengesetz). Bereits gezahlte Vorschüsse oder Kosten werden in diesem Fall, gegebenenfalls anteilig, zurückerstattet.
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Nachprüfungsverfahren und dem Klageverfahren?

    Antwort:
    Nach der obergerichtlichen Rechtsprechung stellen die Bewertungen von Prüfungsleistungen durch die dazu bestellten Prüfer höchstpersönliche Werturteile dar, die nur einer begrenzten gerichtlichen Nachprüfung unterliegen. Im Bereich prüfungsspezifischer Wertungen kommt den Prüfern ein Bewertungsspielraum zu, den die Verwaltungsgerichte nur darauf überprüfen können, ob er überschritten ist, weil die Prüfer gesetzliche Bewertungsvorgaben missachtet oder allgemein gültige Bewertungsmaßstäbe verletzt haben, von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen sind oder sich von sachfremden Erwägungen haben leiten lassen. Im Bereich fachwissenschaftlicher Prüfungsleistungen findet der Bewertungsspielraum nach der obergerichtlichen Rechtsprechung eine weitere Grenze dort, wo ein Prüfer bei einer offenen Rechtsfrage eine vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung als falsch gewertet hat.

    Demgegenüber gibt das Nachprüfungsverfahren den Prüfern die Möglichkeit, ihre Bewertung im Hinblick auf die vom Prüfungsteilnehmer vorgetragenen Einwendungen vollumfänglich zu überdenken. Der Bewertungsspielraum ist nochmals ohne Einschränkung eröffnet.

    Die Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens ist zudem, jedenfalls wenn nur die Bewertung einzelner Prüfungsleistungen angegriffen wird, mit geringeren Kosten und in der Regel mit einer geringeren Verfahrensdauer verbunden als die Durchführung eines Klageverfahrens.
  • Welche Erfolgsaussichten bestehen, im Wege einer Klage oder eines Nachprüfungsverfahrens eine Änderung der Bewertung zu erreichen?

    Antwort:

    Die Statistik zeigt, dass die Erfolgsaussichten eines Nachprüfungsverfahrens und eines Klageverfahrens relativ gering sind.

    Zu berücksichtigen ist dabei, dass ein erfolgreiches Nachprüfungsverfahren bereits vorliegt, wenn die Bewertung durch einen Bewerter angehoben wurde. Dies führt aber noch nicht in jedem Fall zum Bestehen der Prüfung bzw. zur Zulassung zur mündlichen Prüfung. Ein erfolgreiches Klageverfahren bedeutet in der Regel nur, dass eine erneute Bewertung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erfolgt. Diese Bewertung kann aber dazu führen, dass die ursprüngliche Note gleichwohl aufrecht erhalten bleibt.

    Aktuelle statistische Informationen zu den Erfolgsaussichten von Nachprüfungs- und Klageverfahren können dem Jahresbericht des Landesjustizprüfungsamts entnommen werden
  • Kann ich Fotokopien meiner schriftlichen Prüfungsarbeiten erhalten oder diese einscannen oder fotografieren?

    Antwort:
    Nein. Prüfungsteilnehmer haben nur die Möglichkeit, persönlich Einsicht in ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten zu nehmen. Dabei können handschriftlich oder mit Hilfe eine Notebooks Notizen oder Abschriften gefertigt werden. Verfahrensbevollmächtigte Rechtsanwälte können die Übersendung von Kopien der schriftlichen Prüfungsarbeiten in die Kanzleiräume beantragen. Soweit Kopien der Aufgabentexte gewünscht werden, ist dies ausdrücklich zu beantragen. Der schriftliche Antrag ist unter Vorlage der Vollmacht an das Landesjustizprüfungsamt (Prielmayerstraße 7, 80335 München) zu richten. Der Antrag soll zudem eine unbedingte Übernahmeerklärung für die Kosten der Kopien und der Versendung enthalten. Die Übersendung der Kopien erfolgt regelmäßig in elektronischer Form. Für die Kopien werden folgende Kosten erhoben (Kostenverzeichnis zum Kostengesetz Tarif-Nr. 1.III.1.2.1.1):

    5,- € je übermittelte Datei.

    Soweit die Übermittlung der Kopien ausnahmsweise weiterhin in Papierform erfolgt, werden folgende Kosten erhoben (Kostenverzeichnis zum Kostengesetz Tarif-Nr. 1.III.1.2.2.1):

    Für bis zu 10 Seiten 7,50 €
    Für mehr als 10 bis zu 50 Seiten 7,50 € zuzüglich 0,50 € je 10 Seiten übersteigende Seite
    Für mehr als 50 Seiten 27,50 € zuzüglich 0,15 € je 50 Seiten übersteigende Seite.
Sicherheitsmerkmale der Originalexamenszeugnisse

Das bayerische Landesjustizprüfungsamt verwendet für die Originale der Examenszeugnisse ein von der Bundesdruckerei hergestelltes Sicherheitspapier, das folgende Sicherheitsmerkmale aufweist:

Das Sicherheitspapier enthält ein Prägesiegel des Bayerischen Staatswappens mit einem Durchmesser von 40 Millimetern. 

Außerdem ist ein Staatswappen in den Farben blau, rot, gelb und schwarz auf das Papier aufgedruckt. Die mit roter Druckfarbe bedruckten Flächen im Staatswappen fluoreszieren unter UV-Licht in der Farbe gelb. Die farbigen Flächen im Staatswappen sind nicht vollflächig gedruckt, sondern weisen eine Guilloche auf.

Die Sicherheitsmerkmale gehen nur aus den Originalexamenszeugnissen hervor; auf Kopien sind sie nicht erkennbar.