Verbraucherinformation, -bildung, -forschung
Verbrauchermonitor
Der Bayerischen Staatsregierung ist es ein besonderes Anliegen, die Erwartungen und Wünsche der Verbraucher zu kennen und darauf aufbauend, eine zielsichere Verbraucherpolitik zu gestalten. Im Herbst 2007 wurde deshalb zum ersten Mal der Bayerische Verbrauchermonitor durchgeführt. Der zweite Bayerische Verbrauchermonitor schloss sich Anfang des Jahres 2009 an, Thema war die Finanzkrise. Im November 2010 kam der dritte Verbrauchermonitor hinzu, neu war hier die Beteiligung Baden-Württembergs. Mit dem Verbrauchermonitor ist Bayern bundesweit Vorreiter.
Die Methode im Überblick
Im Auftrag des Bayerischen Verbraucherministeriums hat die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung e.V. (GfK) Nürnberg im Oktober 2007 eine Befragung bei 2251 repräsentativ ausgewählten Personen ab 14 Jahren durchgeführt. Kernstück der Befragung ist ein Verbrauchervertrauensindex, der sich künftig beobachten und vergleichen lässt. Außerdem wurden in der umfassenden Basisbefragung eine Reihe von Fragen zum Informationsverhalten, zum Beschwerdeverhalten, zur subjektiven Risikowahrnehmung sowie zur Wahrnehmung der Akteure im Verbraucherschutz erfasst. Bei der Entwicklung des Projekts wurden die Erfahrungen der Verbraucherzentrale Bayern und des Verbraucherservice Bayern einbezogen.
Ergebnisse der Basiserhebung
Eine Zweidrittel-Mehrheit der Befragten vertraut darauf, dass Lebensmittel-Kennzeichnungen vollständig und richtig sind, Produkte ausreichend auf ihre Sicherheit geprüft wurden, Lebensmittel ausführlich kontrolliert und gesundheitlich unbedenklich sind sowie die Gesetze bei Verbraucherproblemen ausreichend schützen. Das restliche Drittel der Befragten hingegen waren diesbezüglich eher unsicher oder misstrauisch.
Neben dem generellen Verbrauchervertrauensindex wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auch Brennpunkte abgefragt: So waren 44 Prozent der Befragten weniger zufrieden bis völlig unzufrieden im Verbraucherbereich "Energie und Wohnen", gefolgt mit 41 Prozent im Bereich "Telefon und Internet". Der den Befragten zufolge wichtigste Bereich "Essen und Trinken" schnitt trotz Bedenken hingegen zufriedenstellend ab. Bei der Verbesserung und Förderung des Verbraucherschutzes vertrauen dagegen die Hälfte der Verbraucher den staatlichen Institutionen in ihrer Schutz- und Kontrollfunktion.
Verbraucherinteressen stärken
Verbraucherschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich alle stellen müssen: der Staat, die Verbraucher, die Wirtschaft und die Verbraucherorganisationen. Die Studie lieferte eine erste Standortbestimmung über das Verbrauchervertrauen in Bayern. Künftig wird in regelmäßigen Zeitabständen der Verbraucherindex erstellt.
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Ergebnisse der zweiten Befragung zur Finanzkrise
Die Zufriedenheit mit dem Verbraucherschutz im Finanzsektor insgesamt, aber auch mit den einzelnen Akteuren wie den Banken, dem Staat oder der Europäischen Union ist im Zuge der Finanzkrise gesunken. Die bayerischen Verbraucher sehen Handlungsbedarf im Bereich Finanzen und Versicherungen. Ganz vorne auf der Liste stehen Haftungsgarantien und Rechte bei Falschberatung. Aber auch mehr Finanzwissen im Schulunterricht, verständliche Kennzeichnung oder Standards für die Zulassung von Finanzberatern fordern die Verbraucher. Laut Monitorergebnisse sind Telefon und Internet weitere zentrale Brennpunkte, die an Brisanz gewonnen haben.
Der dritte Bayerische Verbrauchermonitor fokusiert die Themen "Sicherheit im Netz" und "Ernährung". Ergebnisse werden bis Ende 2010 vorliegen.
Ergebnisse des ersten Süddeutschen Verbrauchermonitors
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat - als dritten bayerischen Verbrauchmonitor - 2010 rund 1.400 Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern und Baden-Württemberg befragt.
Die Ergebnisse zum Verbrauchervertrauen geben ein positives Signal: das Verbrauchervertrauen ist im Vergleich zu 2009 allgemein gestiegen. Die Menschen fühlen sich beim Konsum von Gütern und der Inanspruchnahme von Dienstleistungen mit Blick auf die Wahrung ihrer Verbraucherrechte überwiegend sicher. Eher kritisch werden von vielen Menschen die Bereiche Internet und Mobiltelefon gesehen: 44 Prozent der Befragten sind hier weniger oder völlig unzufrieden.
Laut der Studie haben etwa 80 Prozent der Befragten schon einmal im Internet eingekauft. Immerhin ein Viertel der Befragten hatte schon einmal Probleme mit dem Internethändler. Rund einem Drittel der Internetnutzer in Bayern und Baden-Württemberg sei mindestens einmal ein vordergründig als kostenlos beworbenes Internetangebot später berechnet worden.
Gerade jugendliche Nutzer sehen beim Telefonieren mit dem Mobiltelefon auch finanzielle Gefahren, wie knapp 60 Prozent der 14- bis 29-jährigen Befragten angaben.
Der Bayerische Verbrauchermonitor als Download
Die Ergbnisse aller Erhebungen des Verbrauchermonitors können Sie im Verbraucherportal Bayern unter www.vis.bayern.de/verbrauchermonitor/index.htm [extern] herunterladen.
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