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Oberlandesgericht Nürnberg

Justiz ist für die Menschen da – Recht Sicherheit Vertrauen

Pressemitteilung 11 vom 26.09.16

Michael Hauck wird neuer Präsident des Amtsgerichts Nürnberg

Der Bayerische Staatsminister der Justiz, Prof. Dr. Bausback, ernennt den Vorsitzenden Richter am OberlandesgerichtMichael Hauckmit Wirkung zum 1. Oktober 2016 zum Präsidenten des Amtsgerichts Nürnberg. Aus diesem Anlass händigte der Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg, Dr. Strötz, Herrn Hauck seine Ernennungsurkunde aus. Michael Hauck wird damit Nachfolger von Wolf-Michael Hölzel, der am 30. September 2016 in den Ruhestand geht.


Herr Hauck begann nach mehr als eineinhalbjähriger Tätigkeit als Rechtsanwalt seinen Dienst in der bayerischen Justiz am 1. Oktober 1986 bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, wo er in Jugend- und Jugendschutzsachen eingesetzt war.

Mit Wirkung zum 1. Februar 1992 wurde er zum Richter am Amtsgericht Nürnberg ernannt. Zunächst war er mit den Aufgaben eines Ermittlungsrichters betraut, ab 1. Juli 1993 bearbeitete er allgemeine Zivilsachen und später Strafrichter- und Schöffensachen. Daneben war er seit 1996 als Mitarbeiter in der Verwaltungsabteilung mit EDV-Angelegenheiten und allgemeinen Organisationsfragen befasst.

Im Jahr 2000 wurde Herr Hauck in die Organisation des 1. Europäischen Juristentages eingebunden, der vom 13. bis 15. September 2001 in Nürnberg stattfand. Als Geschäftsführer des Ortsausschusses des Juristentages hatte er die Veranstaltung mitverantwortlich vorzubereiten.

Mit Wirkung zum 1. April 2001 wurde Herr Hauck zum Richter am Oberlandesgericht Nürnberg ernannt und als Beisitzer dem 6. Zivilsenat zugewiesen. Neben dieser Tätigkeit war er vom 1. November 2001 bis 31. Dezember 2002 auch Beisitzer des 1. Strafsenats und Senats für Bußgeldsachen, danach des 3. Zivilsenats mit einer umfangreichen Spezialzuständigkeit, insbesondere auf dem Gebiet des Wettbewerbsrechts.

Ab 1. Juli 2004 gehörte Herr Hauck dem 1. Zivilsenat an, dessen Aufgabenbereich allgemeine Zivilsachen, Leasingsachen und Bausachen umfasste. Neben seiner Spruchrichtertätigkeit war er als Verwaltungsreferent für die Rechts- und Dienstverhältnisse des nichtrichterlichen Dienstes zuständig.

Ab 1. April 2007 nahm Herr Hauck als Vizepräsidenten des Amtsgerichts Nürnberg Leitungsaufgaben im Gerichtsgebäude Flaschenhofstraße wahr. Ferner oblag ihm die Führung der Abteilung für Betreuungs- und Nachlasssachen sowie des Grundbuchamts. Daneben bearbeitete er eine richterliche Geschäftsaufgabe mit vielfältigen Zuständigkeiten aus dem Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit

Zum 16. April 2011 erfolgte seine Ernennung zum Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Nürnberg. Er übernahm dort den Vorsitz des 5. Zivilsenats (allgemeine bürgerliche Rechtstreitigkeiten, Arzthaftungs- und Leasingsachen). Daneben war er seit seiner Rückkehr an das Oberlandesgericht Leiter des Verwaltungsreferates „Organisation und IT“. Seit dem 1. Januar 2013 war er zudem Ansprechpartner für Korruptionsvorsorge.

Der 59-jährige Jurist ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Der Amtsgerichtsbezirk Nürnberg deckt sich mit dem Gebiet der Stadt Nürnberg. In seinem Einzugsbereich leben über 500.000 Einwohner. Beim Gericht sind rund 520 Mitarbeitende beschäftigt, darunter 77 Richterinnen und Richter. Damit ist das Amtsgericht Nürnberg das größte im Oberlandesgerichtsbezirk und - nach München - das zweitgrößte in Bayern.

Der bisherige Präsident des Amtsgerichts Nürnberg, Herr Hölzel, trat am 1. November 1976 beim Landgericht Nürnberg-Fürth in den bayerischen Justizdienst ein und war zunächst an die Amtsgerichte Neumarkt i.d.OPf. und Hersbruck abgeordnet.

Am 1. August 1979 wurde er zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ernannt. Dort war er vor allem mit Großverfahren auf dem Gebiet der Wirtschaftskriminalität befasst.

Von November 1985 bis September 1990 war Herr Hölzel Richter am Landgericht Nürnberg-Fürth. Zunächst war er ausschließlich in einer Zivilkammer und ab 1. Januar 1989 mit der Hälfte seiner Arbeitskraft in einer großen Strafkammer mit einer Zuständigkeit für Wirtschaftsstrafsachen und allgemeine Strafsachen eingesetzt.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 1990 erfolgte seine Ernennung zum Staatsanwalt als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, wo er allgemeine Strafsachen, Umweltdelikte und Schwurgerichtssachen bearbeitete. Von März 1992 bis Februar 1993 war Herr Hölzel an die Generalstaatsanwaltschaft Dresden abgeordnet. Dort übte er die Dienstaufsicht über mehrere Staatsanwaltschaften aus und war für Revisionen und Beschwerden sowie für Umweltschutzstrafsachen verantwortlich. Ferner baute er die Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltverherrlichender, pornographischer und sonstiger jugendgefährdender Schriften auf. Schließlich wurde ihm zum 1. Juli 1992 die Leitung einer Abteilung übertragen. Nach seiner Rückkehr aus Dresden übernahm Herr Hölzel bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die Leitung der Zweigstelle Erlangen.

Zum 1. Januar 1994 wurde Herr Hölzel zum Direktor des Amtsgerichts Neumarkt i.d.OPf. ernannt. Ab November 2000 war er Vizepräsident des Amtsgerichts Nürnberg. Zu seinen richterlichen Tätigkeiten gehörte hier die Bearbeitung von Betreuungs-, Unterbringungs-, Freiheitsentziehungs-, Adoptions-, Personenstands-, Nachlass- und Grundbuchsachen sowie zeitweise auch der Handelsregistersachen.

Ab 16. Februar 2004 war Herr Hölzel Vizepräsident des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Als Referent der Verwaltungsabteilung war er unter anderem zuständig für die Bearbeitung von Dienstaufsichtsbeschwerden, Amtshaftungs- und Rückgriffsangelegenheiten, für die Geschäftsprüfungen der Amtsgerichte des Landgerichtsbezirks, die Personalangelegenheiten der Richter und die Verteilung der richterlichen Geschäftsaufgaben. Zugleich war er Vorsitzender der 1. Zivilkammer (allgemeine Zivil- und Bausachen sowie Streitigkeiten aus der Kommunikations- und Informationstechnologie) sowie des Berufsgerichts für Architekten und Beratende Ingenieure. Seit 1. Januar 2007 war er zudem als Güterichter eingesetzt.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 wurde Herr Hölzel zum Präsidenten des Amtsgerichts Nürnberg ernannt.

In seine Amtszeit fielen
- die nach der Ermordung eines Staatsanwalts im Dachauer Gerichtssaal verstärkten Sicherheitskontrollen im Justizpalast und die damit verbundene Verlagerung von Wachtmeisterpersonal des Amtsgerichts auf das Oberlandesgericht Nürnberg,

- die Schaffung von Wirtschaftsrichterreferaten, die Verfahren aus der Wirtschaftskriminalität, vergleichbar den Wirtschaftsstrafkammern am Landgericht, auch bei dem Amtsgericht zentralisieren,

- die Einrichtung hauptamtlicher Bereitschaftsdienstrichter, die bestimmte Eilaufgaben, die außerhalb der üblichen Richterarbeitszeit anfallen, erledigen.



Friedrich Weitner
Richter am Oberlandesgericht
Justizpressesprecher