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Oberlandesgericht Nürnberg

Justiz ist für die Menschen da – Recht Sicherheit Vertrauen

Pressemitteilung 25 vom 30. August 2018

Landgericht Nürnberg-Fürth: 3. Strafkammer lässt Anklage gegen ehemaligen Angestellten der Fürstlich Castell’schen Bank zur Hauptverhandlung zu und bestimmt Termine



Mit Beschluss vom 23. August 2018 hat die 3. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth das Hauptverfahren gegen den Angeklagten eröffnet und die Anklage mit kleineren formalen Änderungen zur Hauptverhandlung zugelassen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wirft dem Angeklagten in ihrer Anklageschrift vom 18. Juni 2018 unter anderem Betrug mit Untreue in 37 Fällen, Untreue in 24 Fällen und Urkundenfälschung in 28 Fällen vor.


Der Angeklagte war von 1988 bis 2017 bei der Fürstlich Castell’schen Bank beschäftigt und zuletzt als Leiter der Kundenbetreuung für die Standorte Nürnberg und München tätig. In dieser Funktion war er bereits seit Januar 2000 zum Gesamtprokuristen bestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Stellung bei der Fürstlich Castell’schen Bank dazu missbrauchte, das ihm von Kunden anvertraute Kapital nicht wie versprochen anzulegen. Der Angeklagte hatte erhebliche Schulden, welche unter anderem daraus resultieren sollen, dass er an Kunden aus eigener Tasche „Kapitalerträge“ ausschüttete, um fehlgeschlagene Finanzgeschäfte zu verschleiern. Insgesamt soll er 23 Personen bzw. Gesellschaften in Höhe eines Betrages von 6,8 Mio. Euro geschädigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im Einzelnen folgendes vor:

1. Der Angeklagte soll in 16 Fällen Gelder, welche ihm Kunden zum Ankauf von Gold zur Verfügung gestellt hatten, für sich verwendet oder aber das angekaufte Gold selbst behalten haben. Dadurch soll er einen Schaden in Höhe von 3.025.407,64 Euro verursacht haben.

2. Der Angeklagte soll in 20 Fällen Gelder, welche ihm Kunden überlassen hatten, damit er diese beispielsweise in Wertpapiere anlegt, für eigene Zwecke verwendet haben. Hierdurch soll er einen Schaden in Höhe von 2.075.751,35 Euro verursacht haben.

3. In insgesamt 25 Fällen soll der Angeklagte, ohne dass er hierzu einen Auftrag hatte, von den Kundenkonten Gelder abgebucht und auf ein von ihm angegebenes Konto überwiesen haben.

Hierdurch soll der Angeklagte einen Gesamtschaden in Höhe von 1.705.804,61 Euro verursacht haben.

Daneben wirft ihm die Staatsanwaltschaft noch Urkundenfälschungen im größeren Umfang sowie unerlaubten Waffenbesitz vor, weil er in seiner Wohnung in Nürnberg zwei silberfarbene Wurfsterne aufbewahrt hatte.

Die Hauptverhandlung beginnt am Mittwoch, 17. Oktober 2018 um 9:00 Uhr im Sitzungssaal 144.

Weitere Termine finden an folgenden Tagen statt:


Termine:
Montag 22.10.2018
Montag 29.10.2018
Mittwoch 31.10.2018
Montag 05.11.2018
Mittwoch 07.11.2018
Montag 19.11.2018
Mittwoch 21.11.2018
Montag 26.11.2018
Mittwoch 28.11.2018
Montag 03.12.2018
Mittwoch 05.12.2018
Montag 10.12.2018
Mittwoch 12.12.2018
Montag 17.12.2018


jeweils 09:00 Uhr, Sitzungssaal 144


Abhängig vom Verlauf der Beweisaufnahme können Termine entfallen bzw. weitere hinzukommen. Auch in zeitlicher Hinsicht sind Änderungen – auch kurzfristig - möglich. Fernseh- und Rundfunkteams werden gebeten, sich bei der Pressestelle jeweils bis 17.00 Uhr des Vortages unter justizpressestelle@olg-n.bayern.de anzumelden.


Friedrich Weitner
Richter am Oberlandesgericht
Justizpressesprecher