Ärger mit den Nachbarn / 785 Streitfälle landeten 2025 in Bayern vor den Amtsgerichten / Bayerns Justizminister Eisenreich: "Das wirksamste Mittel, um eine Eskalation zu vermeiden, ist immer noch ein klärendes Gespräch am Gartenzaun."
Krach um Kuhglocken auf dem Land, zu hohe Hecken, bellende Hunde oder falsch geparkte Autos: Bayern ist nach einer repräsentativen Umfrage der Allianz Direct das Flächenland mit den meisten Nachbarschaftsstreits in Deutschland. Fast 58 Prozent der Befragten hatten demnach schon einmal Ärger mit dem Nachbarn. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "In Bayern ist vor dem Gang zum Gericht bei klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten wie etwa Lärmbelästigung oder Gartenbepflanzung eine außergerichtliche Streitschlichtung gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem sind bei den Amtsgerichten im Freistaat allein im vergangenen Jahr 785 Verfahren neu eingegangen, zusätzlich gab es 48 Berufungsverfahren bei den Landgerichten."
Spitzenreiter bei den Nachbarschaftsstreitigkeiten in absoluten Zahlen ist das Amtsgericht München mit 57 neuen Verfahren, gefolgt von Nürnberg mit 34 Verfahren und Rosenheim mit 29 Verfahren. Das beste Nachbarschaftsverhältnis in Bayern gibt es offenbar im Gerichtsbezirk Gemünden am Main – dort landete 2025 kein einziger Fall vor Gericht.
Minister Eisenreich: "Das wirksamste Mittel, um eine Eskalation zu vermeiden, ist immer noch ein klärendes Gespräch am Gartenzaun. Wenn das alles nicht mehr hilft, ist es wichtig, nicht nur die eigenen Rechte zu kennen, sondern auch die des Nachbarn zu akzeptieren."
Das Bayerische Staatsministerium der Justiz hat die wichtigsten Informationen zu privatrechtlichen Vorschriften zwischen Grundstücksnachbarn in der Broschüre "Rund um die Gartengrenze" zusammengestellt (kostenfrei hier abrufbar). Ausführliche Informationen zu Schlichtungsverfahren, die in bestimmten nachbarrechtlichen Streitigkeiten vor Anrufung der Gerichte zwingend durchzuführen sind, liefert die Broschüre „Schlichten statt prozessieren“ (hier abrufbar). Daneben setzt die Justiz auch auf digitale Information. In einem kurzen Videobeitrag beantwortet die Journalistin Helene Reiner im Auftrag der bayerischen Justiz in der Informationsvideo-Reihe "Recht lebensnah" Fragen rund um den Nachbarschaftsstreit (die Videobeiträge stehen hier zum Abruf bereit).
Ihren Mut zur Freiheit haben die Geschwister Scholl und vier ihrer Freunde mit dem Leben bezahlt. Wohin es führen kann, wenn die Dritte Gewalt im Staate ihre Unabhängigkeit verliert, zeigt die Dauerausstellung Willkür "Im Namen des Deutschen Volkes".
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… dass die Fachgerichtsbarkeiten, d.h. die Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial- und Finanzgerichte in Bayern nicht zum Justizressort, sondern zum Geschäftsbereich der jeweiligen Fachministerien gehören?