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Landgericht Augsburg

Justizpalast

Pressemitteilung 6 vom 18.11.2025

Schöffentag 2025

Großer Zulauf beim Schöffentag der Strafjustiz, bei dem mit Vorträgen, Vorführungen und einem Erfahrungsaustausch mit Imbiss die ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt wurde.

Am 14. November 2025 fand der Schöffentag der Strafgerichte im Bezirk Augsburg im Strafjustizzentrum statt. Herr Vizepräsident des Amtsgerichts Matthias Nickolai bedankte sich in seiner Begrüßungsrede bei den über 150 anwesenden Schöffinnen und Schöffen im Namen der Richterinnen und Richter des Landgerichts Augsburg sowie der Amtsgerichte Aichach, Augsburg, Dillingen, Landsberg und Nördlingen für ihr ehrenamtliches Engagement und würdigte die wichtige Rolle der Schöffen in der Strafrechtspflege. Ein facettenreiches Programm bot den Schöffinnen und Schöffen insbesondere die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und weiterzubilden.

Herr Vorsitzender Richter am Landgericht Michael Schneider referierte über die Bedeutung von Beweismitteln im Strafprozess. Dabei konnten die Schöffen Asservate aus nächster Nähe betrachten und erhielten einen anschaulichen Einblick in die Bedeutung von Beweismitteln im Strafprozess.
Interessante Einblicke bot Herr Direktor des Amtsgerichts Nördlingen Dr. Christoph Kern, welcher gemeinsam mit den Schöffen von interessanten und span-nenden Begebenheiten aus dem Schöffenalltag berichtete.Die Schöffen konnten sich auch selbst aktiv beim Schöffentag einbringen.
In dem von Herrn Vizepräsident des Landgerichts Augsburg Michael Eberle geleiteten Prozessspiel erhielten die Schöffen die Gelegenheit, in die Rollen eines Prozessbeteiligten zu schlüpfen, um so auch andere Perspektiven eines Strafverfahrens kennen zu lernen.Daneben bot der Schöffentag die Möglichkeit, sich über die private Vorsorge weiterzubilden.
Frau Direktorin des Amtsgerichts Aichach Simone Bader gab den Schöffen in ihrem anschaulichen Vortrag einen Einblick in die Bedeutung und Wirkung der Patientenverfügung sowie der Vorsorgevollmacht.
Die Landesvorsitzende der Deutschen Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen, Frau Johanna Reimann, stellte die Arbeit ihres Verbandes vor. Die Mitglieder erhalten dort insbesondere ein breit gefächertes Weiterbildungsangebot und die Gelegenheit, ihre bei der Ausübung ihres Amts gemachten Erfahrungen auszutauschen.
Als weiteres Highlight bot sich den Schöffinnen und Schöffen die einzigartige Möglichkeit einer Fahrt mit dem Fahrsimulator des Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Hier konnte man in der Simulation die negativen Auswirkungen von Alkohol und Drogen auf das eigene Seh- und Reaktionsvermögen im Straßenverkehr erfahren.
Die Wachtmeister präsentierten an ihrem stets gut besuchten Informationsstand ihre Ausrüstung und boten in einem Rundgang einen interessanten Einblick in die Arrestzellen des Strafjustizzentrums.
Nach einem Stehempfang im Foyer des Strafjustizzentrums, bei dem ein reger Austausch der Schöffen untereinander und mit Berufsrichtern der Strafgerichte des Landgerichtsbezirks stattfand, unterstrich Herr Vizepräsident des Landgerichts Augsburg Michael Eberle in seiner Verabschiedungsrede nochmals die wichtige Bedeutung der Schöffen für eine vertrauenswürdige Justiz, bedankte sich für die Wahrnehmung des Ehrenamts und beim Bayerischen Landtag für die Mittel zur Durchführung der Veranstaltung.
Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt, das nur von Deutschen ausgeübt werden kann. Jeder Erwachsene ab dem 25. bis zum 70. Lebensjahr kann sich bei seiner Wohnortgemeinde als Schöffe bewerben. Aus den von den Gemeinden aufzustellenden Listen werden alle fünf Jahre durch einen Schöffenwahlausschuss die Schöffen gewählt. Von der Ausübung des Schöffenamtes ausgeschlossen sind unter anderem Richter, Notare und Rechtsanwälte, aber auch sonstige Beamte im Justizdienst, Pfarrer und Polizeibeamte.