Menü

Staatsanwaltschaft Hof

Justiz ist für die Menschen da - Recht Sicherheit Vertrauen

Pressemitteilung 31 vom 22.12.2025

Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Hof: Ermittlungsverfahren gegen Bundespolizisten wegen tödlichen Dienstwaffeneinsatzes eingestellt

Hof / Schirnding / Landkreis Wunsiedel

Die Staatsanwaltschaft Hof hat das Ermittlungsverfahren gegen die beiden Bundespolizisten im Zusammenhang mit dem tödlichen Dienstwaffeneinsatz bei einer Polizeikontrolle am 31.05.2025 bei Seedorf (Landkreis Wunsiedel) eingestellt. Die beiden Polizeibeamten setzten ihre Dienstwaffen in einer Notwehrlage ein.

Am Nachmittag des 31.05.2025 war ein 47-jährige Iraner in seinem Fahrzeug von zwei Beamten der Bundespolizei bei einer routinemäßigen Kontrolle auf der Staatsstraße 2178 bei Seedorf angehalten worden. Im Verlauf der Kontrolle flüchtete er zu Fuß. Als die beiden Be-amten die Verfolgung aufnahmen, zog er eine mitgeführte Schusswaffe und schoss auf die beiden Beamten, die daraufhin mit ihren Dienstwaffen zurückschossen und ihn tödlich verletzten.

Durch umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen der Kriminalpolizeiinspektion Hof und dem Einschalten mehrerer Sachverständiger konnte der genaue Ablauf des Geschehens rekonstruiert werden.

Der in Mannheim wohnhafte Iraner befand sich auf der Rückfahrt aus Tschechien, wo er mutmaßlich auf einem dortigen Asia-Markt rund 100 Gramm Methamphetamin gekauft hatte. Auf der Staatsstraße 2178 in Fahrtrichtung Schirnding wurde er im Bereich Seedorf von zwei Beamten der Bundespolizei für eine verdachtsunabhängige Kontrolle angehalten. Nach Abklärung seiner Personalien führten die beiden Beamten auch eine Kontrolle des Fahrzeugs durch. Dabei entdeckte einer der Beamten auf dem Beifahrersitz in einer dort abgelegten Tasche rund 100 Gramm kristallines Methamphetamin (Crystal Meth). Daraufhin flüchtete die kontrollierte Person zu Fuß in eine angrenzende Wiese. Die beiden Bundesbeamten nahmen umgehend die Verfolgung des Flüchtenden auf. Als sie ihn fast erreicht hatten, zog dieser eine scharfe Schusswaffe und gab insgesamt mindestens vier Schüsse auf die beiden Polizeibeamten ab, die zu diesem Zeitpunkt ohne jegliche Deckung waren. Diese erwiderten das Feuer und setzten insgesamt 31 Schüsse aus den von ihnen mitgeführten Dienstwaffen ab, wobei sie zugleich Deckung suchten. Der Flüchtende wurde von 5 Projektilen getroffen, wobei ein Steckschuss im Bereich des Rückens tödlich war.

Die beiden Beamten der Bundespolizei konnten einen Notruf absetzen. Unverzüglich am Tatort eintreffende Polizeibeamte begannen nach Sicherung der Lage mit Reanimationsmaßnahmen, die jedoch vergebens waren. Der 47-jährige Iraner verstarb noch vor Ort.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen konnten im Fahrzeug des Getöteten zwei Feinwaagen sowie eine Packung mit weiteren 32 Patronen aufgefunden werden. Erkenntnisse über ihn im  Bereich der Betäubungsmittelkriminalität lagen bis zum Zeitpunkt der Fahrzeugkontrolle nicht vor.