28. Oktober 2009 - Pressemitteilung 25/09
Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg Meisenberg tritt in den Ruhestand
Der Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg Michael Meisenberg tritt zum 01. November 2009 in den Ruhestand. Im Rahmen einer internen Feierstunde am 28. Oktober 2009 in der Historischen Bibliothek des Oberlandesgerichts sagte Michael Meisenberg nun Lebewohl zu seinen Richterkollegen und Mitarbeitern. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass das Oberlandesgericht Bamberg bundesweit eine hohe Reputation in Rechtsprechung und Justizmanagement genieße, betonte der scheidende Präsident in seiner Ansprache. Zuvor hatten der Bamberger Landgerichtspräsident Georg Kröppelt stellvertretend für die erschienenen Gerichtspräsidenten des OLG-Bezirks, Generalstaatsanwalt Clemens Lückemann für die Staatsanwaltschaften und OLG-Richterrat Bernd Buhl als Personalvertreter Worte des Abschieds an Meisenberg gerichtet und Geschenke überreicht.
Michael Meisenberg wurde 1944 in Bad Wiessee geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität München, das er 1969 mit dem ersten Staatsexamen als „Einser-Jurist“ abschloss, absolvierte er sein Referendariat in Re-gensburg, wo er auch als wissenschaftlicher Assistent an der dortigen Universität wirkte. Nach dem Zweiten Staatsexamen trat Michael Meisenberg im Oktober 1972 in den Bayerischen Justizdienst ein und war zunächst als Mitarbeiter der Strafrechtsabteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz tätig. Von dort wechselte er im Jahr 1974 an die Staatsanwaltschaft München, bis er im Januar 1975 an die damalige Bayerische Landesvertretung in Bonn abgeordnet wurde. Nach seiner Rückkehr im Oktober 1976 wurde er zum persönlichen Referenten des bayerischen Justizministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Karl Hillermeier berufen, dem er in dieser Funktion bis 1979 zur Seite stand. In den Folgejahren nahm Michael Meisenberg vielfältige Aufgaben sowohl in der Rechtsprechung als Richter am Landgericht und Oberlandesgericht München als auch in der Ministerialverwaltung wahr. Von 1991 bis 2002 war Michael Meisenberg Leiter der Personalabteilung im Bayerischen Justizministerium, bis er mit Wirkung zum 01. August 2002 zum Präsidenten des Oberlandesgerichts Bamberg ernannt wurde. Als höchster Repräsentant der Justiz in Ober- und Unterfranken führte er die Dienstaufsicht über sieben Landgerichte, achtzehn Amtsgerichte, die Landesjustizkasse Bamberg und die Baye-rische Justizschule Pegnitz mit insgesamt rund 2.600 Bediensteten. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Übernahme von Rechtsprechungsaufgaben durch das OLG Bamberg in der Nachfolge des aufgelösten Bayerischen Obersten Landesgerichts. So ist das OLG Bamberg seit 2005 für Rechtsbeschwerden in Ordnungswidrigkeitenverfahren aus ganz Bayern zuständig. Im April 2009 konnte das 200jährige Bestehen des Appellationsgerichts/Oberlandesgerichts Bamberg feierlich begangen werden.
Michael Meisenberg, seit 2007 Träger des Bayerischen Verdienstordens, ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes. Nicht zuletzt dank seines vielfältigen gesellschaftlichen Engagements hat der gebürtige Oberbayer in Bamberg als der letzten Stätte seines beruflichen Wirkens so gut Fuß gefasst, dass er der Stadt auch nach seiner Pensionierung die Treue halten will. Als Vorsitzender der von ihm im Jahr 2003 wieder ins Leben gerufenen Juristischen Gesellschaft für Ober- und Unterfranken wird er sich weiterhin ehrenamtlich der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Vermittlung juristischer Themen widmen.
Ein Nachfolger für das Amt des Oberlandesgerichtspräsidenten, der in Bayern vom Ministerrat berufen wird, steht noch nicht fest.
