Pressemitteilung 24/2025 vom 14.11.2025
Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bamberg und des Polizeipräsidiums Oberfranken
Mutmaßliche Selbstjustiz nach Raub
BAMBERG. Zwei gewaltsame Auseinandersetzungen rund um das Lagarde-Gelände beschäftigen derzeit die Kriminalpolizei Bamberg. Die Ereignisse vom vergangenen Freitag und Samstag sollen nach aktuellem Stand miteinander in Verbindung stehen.
Ein 16-Jähriger war am Freitag in der Lorenz-Krapp-Straße unterwegs, als er im vierten Obergeschoss des dortigen Parkhauses auf eine Gruppe ihm bekannter Jugendlicher traf. Als er das Parkhaus in Richtung Treppenhaus verlassen wollte, soll ein 14-Jähriger von hinten an ihn herangetreten sein, seinen Hals mit dem Arm umschlossen und ihn bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Ein weiterer 14-jähriger Tatverdächtiger soll den Geschädigten geschlagen und getreten zu haben. Anschließend sollen die Jugendlichen dem 16-Jährigen eine Bauchtasche mit dessen persönlichen Gegenständen entrissen haben. Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelt wegen eines Raubdelikts.
Am Samstagnachmittag suchte der Vater des 16-Jährigen aus diesem Vorfall selbst nach Jugendlichen, die er möglicherweise mit der Tat in Verbindung bringen konnte. Dabei soll er auf zwei Jugendliche getroffen sein, die er in einen Raum einer Autowerkstatt gebracht und dort über mehr als eine Stunde festgehalten haben soll. In diesem Raum soll er die beiden geschlagen und gewürgt und einen der Jugendlichen mit einem Fleischspieß bedroht haben, um Informationen zu erhalten. Der Werkstattinhaber löste die Situation auf, indem er alle Beteiligten aus dem Gebäude verwies. Die Polizei wurde zunächst nicht verständigt. Aufgrund des vermutlichen Tathergangs werden Ermittlungen wegen einer Geiselnahme geführt.
Am Samstagabend kam es gegen 21:30 Uhr in der Lorenz-Krapp-Straße zu einem weiteren Einsatz. Der Vater des 16-Jährigen soll mehrere Personen bedroht haben, von denen er annahm, dass sie mit dem Überfall auf seinen Sohn in Verbindung stehen. Dabei soll er eine Schreckschusswaffe in Richtung einer Personengruppe gehalten haben. Es soll zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein, woraufhin Zeugen die Polizei verständigten. Eine Schussabgabe erfolgte nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Polizeistreifen nahmen den Mann im Umfeld vorläufig fest. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Geiselnahme erlassen, der gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.
Im Laufe dieser Woche sicherte die Polizei im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen Beweismaterial und wertete Videoaufzeichnungen aus.
Die Kriminalpolizei Bamberg führt unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bamberg die Ermittlungen zu den Vorfällen und wird hierbei durch Kräfte der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt unterstützt.
Zeugen, die Beobachtungen zu einem der Vorfälle gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Tel.-Nr. 0951/9129-491 bei der Kripo Bamberg zu melden.