Pressemitteilung 1 vom 20.02.2026
Der neue Münchner Generalstaatsanwalt Andreas Wimmer empfing den Antisemitismusbeauftragten der US-Regierung Rabbi Yehuda Kaploun
München – Im Rahmen der Begleitveranstaltungen zur Münchner Sicherheitskonferenz besuchte der US-Sondergesandte und Botschafter zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rabbi Yehuda Kaploun, am Freitag, 13.02.2026, den neuen Generalstaatsanwalt in München, Andreas Wimmer, sowie den Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz, Andreas Franck, in den Räumen der Generalstaatsanwaltschaft zu einem fachlichen Austausch.
Generalstaatsanwalt Wimmer empfing Botschafter Rabbi Kaploun und die hochrangige US-Delegation, der auch Jane Bocklage, die kommissarische Gesandte der US-Botschaft in Berlin, angehörte, zusammen mit dem Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz, Oberstaatsanwalt (stV) Andreas Franck. An dem Gespräch nahmen darüber hinaus der HateSpeech-Beauftragte der Bayerischen Justiz, Staatsanwalt als Gruppenleiter David Beck, sowie Fachleute aus der staatsanwaltschaftlichen Praxis und aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz teil.
Generalstaatsanwalt Wimmer und Oberstaatsanwalt Franck stellten dem US-amerikanischen Gast das bayerische Konzept zur konsequenten Verfolgung judenfeindlicher Straftaten vor: 2021 setzte Staatsminister Georg Eisenreich den Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz ein. Seitdem koordiniert dieser die Verfolgung antisemitisch motivierter Straftaten in Bayern und führt selbst Verfahren von überregionaler Bedeutung. Unterstützt wird er durch die „Ansprechpartner Antisemitismus“ bei den 22 örtlichen Staatsanwaltschaften sowie die Antisemitismusbeauftragten der Generalstaatsanwaltschaften München, Nürnberg und Bamberg. Generalstaatsanwalt Wimmer erläuterte, dass die bayerischen Staatsanwaltschaften im Bereich der antisemitisch motivierten Straftaten zwischen 2021 und 2024 insgesamt 3.192 Verfahren neu eingeleitet und 739 gerichtliche Verurteilungen erreicht haben.
Botschafter Rabbi Kaploun zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der bayerischen Strafverfolger, dankte ihnen für ihr Engagement und bat sie, den mutigen Weg weiter zu beschreiten. Denn angesichts der weltweit gestiegenen Zahl an antisemitischen Straftaten sei die „Zeit zum Handeln“ gekommen, so Rabbi Kaploun. Der US-Botschafter zeigte sich überzeugt, dass eine Doppelstrategie aus konsequenter Strafverfolgung und präventiven Aufklärungsund Bildungsmaßnahmen der Schlüssel zum Erfolg sei.
Weitere Gesprächsthemen waren die Zusammenarbeit mit Sportvereinen und deren Verbänden im Bereich der Antisemitismusbekämpfung. Zum Schutz jüdischer Sportlerinnen und Sportler hat die bayerische Justiz beispielsweise im November 2024 eine Kooperation mit dem jüdischen Dachsportverband MAKKABI Deutschland zur Meldung von Straftaten auf dem Sportplatz geschlossen. Auch die Situation an den Universitäten und sonstigen Hochschulen in Bayern wurde erörtert.
Der Antisemitismusbeauftragte des US-Außenministeriums Rabbi Yehuda Kaploun: „Hass ist nicht gut für unsere Welt, wir müssen ihn an den Rand drängen. Respekt dagegen ist konstruktiv. Basierend auf Respekt können wir eine bessere Gesellschaft aufbauen. Und dazu müssen wir alle Möglichkeiten, jedes „Werkzeug“ aus der „Werkzeugbox“, nutzen.“
Yehuda Kaploun, Zentraler Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Justiz, Ober-
staatsanwalt (stv) Andreas Franck
Der Münchner Generalstaatsanwalt Andreas Wimmer: „Die Bayerische Justiz geht entschlossen und konsequent gegen antisemitisch motivierte Straftaten vor. Durch eine effektive Strafverfolgung tragen wir dazu bei, dass sich unsere jüdischen Mitbürger in Bayern sicher fühlen können.“
Der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz Oberstaatsanwalt Andreas Franck: „Antisemitismus ist eine weltweite Herausforderung. Internationale Vernetzung ist daher unbedingt geboten.“
Hintergrund:
Botschafter Rabbi Yehuda Kaploun, am 18.12.2025 durch den US-Senat als Sondergesandter im Range eines Botschafters im Amt bestätigt, hat es sich zum Ziel gemacht, Antisemitismus und - allgemeiner - jede Form von antireligiösem Hass und Intoleranz zu bekämpfen.
gez.
Dr. Mayer
Oberstaatsanwältin
Stellvertretende
Pressesprecherin