Justiz ist für die Menschen da.

Starke Antworten

Manche Deliktsbereiche stellen die Justiz aktuell vor besondere Herausforderungen. Neue Formen der Computerkriminalität sowie der internationale Terrorismus und die Zunahme von Straftaten mit extremistischem Hintergrund fordern die Sicherheitsbehörden und die Justiz heraus. Mit der Einrichtung der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg, der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) und der Zentralen Koordinierungsstelle Vermögensabschöpfung in Bayern (ZKV BY) bei der Generalstaatsanwaltschaft in München hat die bayerische Justiz hier schlagkräftige Antworten parat.

Zentralstelle Cybercrime Bayern

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB).

Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei oder des Bundeskriminalamts und mit internationalen Partnern z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig: Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie im Darknet. Seit dem 1. August 2018 ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig.

Die hohe Zahl der Ermittlungsverfahren, die die ZCB  gegen bekannte und unbekannte Beschuldigte führt, zeigt die große Bedeutung dieser Einrichtung. Allein im Jahr 2017 leitete die ZCB insgesamt 2.081 Ermittlungsverfahren ein. Für das Jahr 2018 werden bereits ca. 5.000 Ermittlungsverfahren erwartet.

In Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz ist die Zentralstelle für verfahrensunabhängige Fragestellungen aus dem Bereich der Cyberkriminalität zuständig. Sie arbeitet hierzu mit den Zentralstellen anderer Bundesländer zusammen und wirkt in fachlichen Gremien im In- und Ausland mit. Sie analysiert neue technische und soziale Strukturen, um aktuelle Entwicklungen der Cyberkriminalität frühzeitig zu erkennen und nachhaltig bekämpfen zu können.

Schließlich unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralstelle die bayerische Justiz bei der Aus- und Fortbildung im Bereich der Cyberkriminalität.

Die Zentralstelle besteht aus vier Oberstaatsanwältinnen/Oberstaatsanwälten, fünf  Staatsanwältinnen/Staatsanwälten als Gruppenleiter sowie zwei weiteren Staatsanwältinnen/Staatsanwälten. Geleitet wird die Zentralstelle Cybercrime von Herrn Leitenden Oberstaatsanwalt Lukas Knorr.

Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus

Um den Gefahren von Straftaten mit terroristischen oder extremistischen Bezügen konsequent entgegenzuwirken und um eine bayernweit einheitliche und wirkungsvolle Strafverfolgung zu gewährleisten, besteht seit 1. Januar 2017 bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET). Diese bearbeitet unter der Leitung von Herrn Leitenden Oberstaatsanwalt Georg Freutsmiedel besonders herausgehobene Ermittlungsverfahren in diesen Bereichen, dient als zentrale Ansprechstelle und sorgt für einen Informationsaustausch mit anderen Bundes- und Landesbehörden, insbesondere dem Generalbundesanwalt, dem Bayerischen Landeskriminalamt und dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz. Zudem wirkt die ZET über Aus- und Fortbildungsmaßnahmen als Wissensvermittler für die Praxis.

Die ZET besteht aus einem Leitenden Oberstaatsanwalt/einer Leitenden Oberstaatsanwältin als Abteilungsleiter/in, sechs Oberstaatanwältinnen/Oberstaatsanwälten sowie drei Staatsanwältinnen/Staatsanwälten im Eingangsamt. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf den gesamten Freistaat Bayern.

Zentrale Koordinierungsstelle Vermögensabschöpfung

Seit dem 9. Oktober 2018 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Zentrale Koordinierungsstelle Vermögensabschöpfung in Bayern (ZKV BY).

Am 1. Juli 2017 ist das Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung in Kraft getreten. Die darin enthaltenen Neuregelungen erweitern den Anwendungsbereich der Einziehung von Einnahmen aus Straftaten sowie die Möglichkeiten der Entschädigung von Tatopfern noch im Strafvollstreckungsverfahren ganz erheblich. Die Zentrale Koordinierungsstelle Vermögensabschöpfung (ZKV BY) unterstützt die bayerischen Gerichte und Staatsanwaltschaften bei der Erfüllung des Ziels, die konsequente Einziehung von inkriminierten Vermögenswerten flächendeckend und nachhaltig als das zentrale Instrument zur effektiven Bekämpfung von organisierter Kriminalität, Betäubungsmittelkriminalität und Wirtschaftskriminalität sowie zur Eindämmung der Finanzierung von terroristischen Tätern und Vereinigungen zu implementieren. Hierzu obliegen der ZKV BY insbesondere

  • koordinierende Aufgaben einer Ansprechstelle für verfahrensübergreifende Fragestellungen,
  • Unterstützung der Fortbildung im Bereich Vermögensabschöpfung in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz sowie
  • die Beratung der Gerichte und Staatsanwaltschaften in komplexen verfahrensbezogenen Einzelfragen.
Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen

Betrug und Korruption im Gesundheitswesen haben in den letzten Jahren immer größere Dimensionen erreicht. Sie führen zu großen finanziellen Schäden - zu Lasten der Versicherungen, der öffentlichen Kassen und letztlich zu Lasten aller rechtstreuen Bürgerinnen und Bürger. Außerdem verzerren Betrug und Korruption den Wettbewerb und führen zu falschen oder unnötigen medizinischen Leistungen. Der Kampf gegen die „schwarzen Schafe“ im Gesundheits- und Pflegebereich hat deshalb für die bayerische Justiz hohe Priorität.

Seit dem 15. September 2020 besteht deshalb bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg die Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG). Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für alle Verfahren wegen berufsbezogenen Korruptions- und Vermögensstraftaten von Angehörigen der Heil- und Pflegeberufe. Sie bearbeitet im Rahmen ihrer Zuständigkeit Ermittlungs-, Straf- und Vollstreckungsverfahren, dient als zentrale Ansprechstelle und wirkt bei regionalen und überregionalen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen der Justiz und der Polizei mit. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf den gesamten Freistaat Bayern.

Die ZKG führt die Arbeit der bisherigen Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Verfahren wegen Fehlverhalten im Gesundheitswesen in München I, Nürnberg-Fürth und Hof fort.

Stiftung Opferhilfe

Am 22.10.2012 startete die Stiftung Opferhilfe Bayern. Diese Stiftung soll den Opfern von Straftaten und deren Angehörigen künftig schnell und unbürokratisch helfen.


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Wussten Sie eigentlich …?

... dass der Bayerische Verfassungsgerichtshof mit Sitz in München als oberstes Verfassungsorgan der Bayerischen Staatsregierung und dem Bayerischen Landtag gleichgeordnet ist und nicht dem Justizressort untersteht?

Evaluation des Rechts- und Justizstandorts Bayern

Die bayerische Justiz nimmt bundesweit eine Spitzenposition ein. Das belegen nicht nur die verschiedenen Statistiken. Die Ergebnisse einer objektiven und repräsentativen Bewertung durch Bürger, Unternehmen und Rechtsanwälte belegen: Die Justiz in Bayern genießt das für ihre Arbeit unverzichtbare Vertrauen der Menschen und den Rückhalt in der Bevölkerung. Von den Bürgern in Bayern sind 70% mit der Justiz zufrieden.