Amtsgericht Neu-Ulm
13.07.2026

Empfang der neuen Auszubildenden des bayerischen Justizvollzugs im Münchner Justizpalast / Justizminister Eisenreich: "Herzlich Willkommen in der Justiz-Familie. Die Bediensteten im Vollzug leisten jeden Tag elementar Wichtiges für die Sicherheit in unserem Land."

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich hat heute (13. Juli) 227 Anwärterinnen und Anwärter des bayerischen Justizvollzugs im Münchner Justizpalast empfangen. Seit Februar 2026 sind die Anwärterinnen und Anwärter im Allgemeinen Vollzugsdienst, im Werkdienst sowie im Vollzugs- und Verwaltungsdienst tätig. Eisenreich in seiner Rede: "Herzlich Willkommen in der Justiz-Familie. Sie alle haben sich für einen wichtigen und sinnstiftenden Beruf entschieden. Mit Ihrem Einsatz helfen Sie Gefangenen auf dem Weg zurück in ein straffreies Leben. Zugleich tragen Sie zum Schutz der Allgemeinheit bei."

Die Justizvollzugsbediensteten werden in einem breiten Aufgabenspektrum eingesetzt. Sie sind erste Ansprechpartner der Gefangenen im Alltag, unterstützen deren Resozialisierung und sorgen für Sicherheit innerhalb der Anstalt. Im Allgemeinen Vollzugsdienst und Werkdienst durchlaufen die Anwärterinnen und Anwärter eine 18-monatige Ausbildung. Im Vollzugs- und Verwaltungsdienst mit Einstieg in der zweiten Qualifikationsebene dauert die Ausbildung zwei Jahre. Auf dem Lehrplan in der Justizvollzugsakademie in Straubing stehen u. a. Strafvollzug, Straf- und Verfahrensrecht, Psychologie, Pädagogik, Waffenkunde oder die Betreuung von Liegenschaften der Anstalten.

Auf dem Programm stand auch ein Besuch der Weiße-Rose-Dauer-Ausstellung "Willkür im Namen des Deutschen Volkes". Eisenreich: "Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte müssen Tag für Tag verteidigt werden. Dies gilt besonders in einer Zeit, in der autoritäre Kräfte versuchen, den Rechtsstaat anzugreifen."

Im Bayerischen Justizvollzugsdienst sind mehr als 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Eisenreich: "Der bayerische Justizvollzug ist der Schlussstein der Sicherheitsarchitektur Bayerns. Die Bediensteten im Vollzug leisten jeden Tag elementar Wichtiges für die Sicherheit in unserem Land. Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie sich für eine Ausbildung im Bayerischen Justizvollzug entschieden haben. Mein Dank gilt auch den Lehrkräften an der Akademie und den Ausbilderinnen und Ausbildern in der Praxis, die mit viel Engagement und Fachkompetenz ihre Ausbildung tagtäglich begleiten."

Fotos der Veranstaltung werden zeitnah unter Medienportal - Bayerisches Staatsministerium der Justiz verfügbar sein. Mehr Informationen über den Bayerischen Justizvollzug und die Einstellungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Hintergrund: "Willkür im Namen des Deutschen Volkes"
Die im April 2023 neu eröffnete Dauerausstellung "Willkür im Namen des Deutschen Volkes" führt die Zerstörung des Rechtsstaats durch die Nationalsozialisten plastisch vor Augen. Im Zentrum steht Raum 253, der Sitzungssaal, in dem am 19. April 1943 der zweite Prozess des Volksgerichtshofs gegen 14 Angeklagte der "Weißen Rose" stattfand. Im Jahr 1943 führte der Volksgerichtshof im Justizpalast zwei Schauprozesse gegen die mutigen Widerstandskämpfer der Weißen Rose – den ersten am 22. Februar, den zweiten am 19. April 1943. Die Geschwister Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Prof. Dr. Kurt Huber wurden zum Tode verurteilt. Mit der Ausstellung erinnert die bayerische Justiz an das Schicksal der Widerstandskämpfer. Besucherinnen und Besucher sind zu dieser Ausstellung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos. Mehr Informationen Sie hier.

Dauerausstellung Weiße Rose Saal

Ihren Mut zur Freiheit haben die Geschwister Scholl und vier ihrer Freunde mit dem Leben bezahlt. Wohin es führen kann, wenn die Dritte Gewalt im Staate ihre Unabhängigkeit verliert, zeigt die Dauerausstellung Willkür "Im Namen des Deutschen Volkes".


Weitere Infos finden Sie hier

Wussten Sie eigentlich …?

… dass die Fachgerichtsbarkeiten, d.h. die Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial- und Finanzgerichte in Bayern nicht zum Justizressort, sondern zum Geschäftsbereich der jeweiligen Fachministerien gehören?