Verleihung der Justizmedaille / Justizminister Eisenreich zu den Geehrten: "Sie alle haben sich weit über das gewöhnliche Maß hinaus für die Justiz, unseren Rechtsstaat und unsere Gesellschaft engagiert. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Justiz herzlich danken."
Mutige Einsätze, wichtige Projekte, jahrzehntelanges Engagement weit über die Dienstpflicht hinaus: Bayerns Justizminister Georg Eisenreich hat heute die Justizmedaille an 21 Persönlichkeiten verliehen, die sich in Bayern große Verdienste um die Justiz erworben haben.
Eisenreich in seiner Laudatio an die Geehrten: "Sie alle haben sich – auf ganz unterschiedlichen Gebieten – weit über das gewöhnliche Maß hinaus für die Justiz, unseren Rechtsstaat und unsere Gesellschaft engagiert. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Justiz herzlich danken."
Die geehrten Persönlichkeiten:
Der Bamberger OLG-Präsident – Lothar Schmitt (69). Mit seinem großen Erfahrungsschatz und hervorragender Fachkompetenz hat der ehemalige Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg die Justiz entscheidend geprägt. In Krisenzeiten, wie etwa während der Corona-Pandemie, stellte Lothar Schmitt seine Fähigkeit als Krisen-Manager unter Beweis. Als Generalstaatsanwalt in Nürnberg (2017-2020) und als OLG-Präsident kümmerte er sich intensiv um die Pflege der länderübergreifenden Partnerschaft zwischen dem Oberlandesgericht Bamberg und dem Tafelgericht Pécs.
Ehrenamtliche Richter – Herwig Feichtinger (74, seit 2002 am Landgericht München II), Peter Frank (71, 19 Jahre am Landgericht Nürnberg-Fürth), Ingrid Hofmann-Heinrich (72, 15 Jahre am Landgericht Nürnberg-Fürth), Wolfgang Krell (76, 15 Jahre am Oberlandesgericht München), Fritz Merk (70, 24 Jahre am Landgericht Landshut), Heinrich Minst (76, seit 1992 u. a. beim Amtsgericht und beim Landgericht Memmingen und am Sozialgericht Augsburg), Herbert Schluck (71, 19 Jahre am Landgericht Memmingen) und Martin Wartig (75, 24 Jahre am Landgericht Memmingen). Kaufleute, Landwirte, Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführerinnen können zu ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern ernannt werden, u. a. bei den Kammern für Handelssachen oder in der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit. Die Geehrten haben in ihren unterschiedlichen Funktionen ihre vielfältige Lebens- und Berufserfahrung über viele Jahre tatkräftig in die Justiz eingebracht.
Der aufmerksame Justizwachtmeister – Stefan Baumgartner (39). Als Justizwachtmeister im Münchner Justizpalast vereitelte Stefan Baumgartner im Jahr 2018 einen Brand-Anschlag. Er bemerkte einen Mann mit Molotow-Cocktail vor der Eingangstür. Durch sein mutiges Einschreiten konnte der Justizwachtmeister den Täter stellen und einen schlimmen Anschlag verhindern. Heute ist Stefan Baumgartner beim Oberlandesgericht München im Dienst.
Die Lebensretter vom Landgericht Hof. Während eines laufenden Strafprozesses brach ein Vorsitzender Richter am Landgericht Hof im Jahr 2018 zusammen. Dass der Mann reanimiert werden konnte, verdankt er einer großartigen Teamleistung im Sitzungssaal. Justizsicherheitssekretärin Janin Fülle (42), Justizsicherheitshauptsekretär a.D. Ronald Häckel (68), Rechtspflegeamtfrau Caroline Holz (35) und Justizsicherheitshauptsekretär Gideon Zapf (49) retteten ihn mit Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzdruckmassage und Defibrillator.
Der Anstaltsarzt – Hans Zeller (70). Als Anstaltsarzt in Straubing (1984 bis 2021) war Hans Zeller sehr engagiert. Er prägte die Gesundheitsfürsorge in der JVA Straubing maßgeblich mit. Als fachlicher Berater des Bayerischen Justizministeriums brachte er seine medizinische Expertise auch im gesamten bayerischen Justizvollzug ein. Sein Rat zu vielen Themen war innerhalb und außerhalb der Anstaltsmauern stets gefragt.
Fürsprecher für die Justiz-Familie – Ralf Simon (61). Mehr als zwei Jahrzehnte setzte sich Ralf Simon für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz und insbesondere für die Belange der etwa 6.000 Justizvollzugsbediensteten in Bayern ein, seit 2013 als Vorsitzender für den Landesverband der Bayerischen Justizvollzugsbediensteten e.V. Mit Erfolg: Simon hat einen wichtigen Beitrag zu vielen Verbesserungen im Justizvollzug geleistet, u. a. der Einführung des Anwärtersonderzuschlags, der Erhöhung von Zulagen und dem Stellenzuwachs. Seine Aufmerksamkeit galt aber auch den Beschäftigten in der Justiz insgesamt, deren Anliegen und Belange er mehr als elf Jahre als Vorsitzender des Hauptpersonalrats bei dem Bayerischen Justizministerium mit großem Engagement und Fingerspitzengefühl erfolgreich vertrat.
Der engagierte Prüfer – Dr. Amadeus Hasl-Kleiber (58). Gut 800 Stunden investiert der Richter am Verwaltungsgerichtshof in München jedes Jahr als Erst- und Zweitbewerter der Ersten und Zweiten Juristischen Staatsprüfung. Zusätzlich übernimmt Dr. Amadeus Hasl-Kleiber zahlreiche zusätzliche Aufgaben, wie etwa die Arbeit im Prüfungsausschuss. Ein herausragendes Engagement für den juristischen Nachwuchs.
Juristischer Beistand für Menschen mit geringem Einkommen – Sabine Prinz (60). Seit mehr als 20 Jahren setzt sich Sabine Prinz beim Münchener AnwaltVerein e. V. für die Rechtsberatung von Menschen mit geringem Einkommen ein und berät diese sachkundig und mit großer Empathie. Durch ihren großartigen Einsatz wurden zudem die Beratungshilfestellen an den Amtsgerichten ausgebaut.
Die Nachwuchsförderin – Sabine Jungbauer (61). Die geprüfte Rechtsfachwirtin engagierte sich über Jahrzehnte für die Ausbildung von Rechtsanwaltsfachangestellten und Rechtsfachwirten in den Gremien der Rechtsanwaltskammer München. Unter anderem war sie mehr als 20 Jahre stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Rechtsanwaltsfachangestellten und ist seit mehreren Jahren Vorsitzende im Prüfungsausschuss für Rechtsfachwirte.
Die Justiz-Reporterin – Verena Kaulfersch (41). Seit mehr als elf Jahren berichtet die Journalistin fachkundig und unabhängig über die JVA Memmingen und schafft so bei ihren Leserinnen und Lesern Verständnis für die Belange des Justizvollzugs. Dabei wirbt sie auch für verschiedene Berufsfelder im Vollzug. Mit ihrer Berichterstattung trägt sie zu einem guten Verhältnis zwischen Justizvollzug und Region bei.
Der Brückenbauer – Erwin Schletterer (65). Mehr als 30 Jahre lang kümmerte sich der Augsburger Geschäftsführer des Vereins "Brücke e.V." um straffällig gewordene Jugendliche. Erwin Schletterer war ein kompetenter Kooperationspartner für Richterinnen und Richter im Kampf gegen Jugendkriminalität. Zugleich hat er wichtige Projekte umgesetzt, um Jugendliche auf dem Weg zurück in ein straffreies Leben zu unterstützen.
Hinweis:
Fotos der Veranstaltung werden zeitnah unter Medienportal - Bayerisches Staatsministerium der Justiz verfügbar sein.
Ihren Mut zur Freiheit haben die Geschwister Scholl und vier ihrer Freunde mit dem Leben bezahlt. Wohin es führen kann, wenn die Dritte Gewalt im Staate ihre Unabhängigkeit verliert, zeigt die Dauerausstellung Willkür "Im Namen des Deutschen Volkes".
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… dass die Fachgerichtsbarkeiten, d.h. die Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial- und Finanzgerichte in Bayern nicht zum Justizressort, sondern zum Geschäftsbereich der jeweiligen Fachministerien gehören?