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Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Justizvollzugsanstalt im Kloster Kaisheim, das im Jahr 1133 als Zisterzienser-Kloster gegründet wurde

Vollzugs- und Verwaltungsdienst

Die 3. Qualifikationsebene, Fachlaufbahn Justiz, fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst (früher: gehobener Vollzugsverwaltungsdienst) bei den Justizvollzugsanstalten in Bayern

Allgemeine Informationen

Strafvollzug und Polizei zählen zur "Inneren Sicherheit" und gehören
damit zum Kernbereich eines hoheitlich handelnden Staates. Deshalb
werden die Aufgaben der Justizvollzugsanstalten von
Justizvollzugsbeamten wahrgenommen.

Aufgabe der Justizvollzugsbeamten ist

  • die Gewährleistung eines geordneten Strafverfahrens durch sichere Verwahrung von Untersuchungsgefangenen,
  • die Sicherstellung des Schutzes der Allgemeinheit durch sichere Unterbringung von Verurteilten während der Strafhaft und
  • die Unterstützung des Gefangenen bei der Erreichung des Vollzugsziels. Hierdurch soll der Gefangene befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.

Der Beruf einer Justizvollzugsbeamtin oder eines Justizvollzugsbeamten
ist somit eine anspruchsvolle Tätigkeit mit hohem sozialem Engagement
im Dienst und zum Schutz der Allgemeinheit.

Tätigkeitsbereiche

Die Angehörigen der 3. Qualifikationsebene, Fachlaufbahn Justiz,
fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst (früher:
gehobener Vollzugsverwaltungsdienst) nehmen in einer
Justizvollzugsanstalt bedeutsame Schlüsselfunktionen wahr. Sie sind
maßgeblich an Entscheidungen beteiligt und tragen die Verantwortung für
den ordnungsgemäßen Dienstbetrieb einer Anstalt mit. Als Vorgesetzte
verfügen sie über soziale Kompetenz zur Anleitung und Motivation ihrer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch als Ansprechpartner für
Gefangene. Die Tätigkeit kann beispielsweise erfolgen in der

  • Verwaltungsdienstleitung: im Bereich des Personalmanagements sowie der Gestaltung der gesamten Aufbau- und Ablauforganisation in einer Justizvollzugsanstalt,
  • Arbeitsverwaltung: mit Verantwortung für das vollzugliche Arbeitswesen, insbesondere Betreuung der Betriebe in der Anstalt, Arbeitsbeschaffung für Gefangene sowie berufliche Aus- und Weiterbildung der Gefangenen,
  • Wirtschaftsverwaltung: zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Verpflegung und Versorgung der Gefangenen sowie Beschaffung aller zum Betrieb der Anstalt erforderlichen Gebrauchsgüter,
  • Bauverwaltung: zur Verwaltung des Grundbesitzes und Unterhalt aller Gebäude und Sicherheitsanlagen auf dem Anstaltsgelände,
  • Vollzugsverwaltung: als Vollzugsinspektoren sowie als Abteilungsleiter oder Leiter kleinerer Anstalten mit Verantwortung für die Koordination des Strafvollzugs unter Berücksichtigung des Betreuungs- oder Behandlungsbedarfs der Gefangenen bei Beachtung der notwendigen Sicherheitsanforderungen.
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Anforderungsprofil

Wegen der vielfältigen Aufgaben und der anspruchsvollen Tätigkeit
werden an die Beamtinnen und Beamten der 3. Qualifikationsebene,
Fachlaufbahn Justiz, fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und
Verwaltungsdienst (früher: gehobener Vollzugsverwaltungsdienst)
besondere Anforderungen gestellt:

Allgemeine Anforderungen:

  • Geistige Beweglichkeit,
  • Verantwortungsbereitschaft,
  • Entscheidungsfreude,
  • Physische und psychische Belastbarkeit,
  • Organisationstalent und Innovationsbereitschaft,
  • Fähigkeit zum Umgang mit Menschen.

Besondere Voraussetzungen:

  • Verständnis für wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge,
  • Aufgeschlossenheit gegenüber Informationstechnologie,
  • Fähigkeit zur Konfliktlösung, Einfühlungsvermögen, Integrations- und Ausgleichsfähigkeit,
  • Fähigkeit zur Personalführung und zum Personaleinsatz,
  • Fähigkeit zur Kommunikation und zu einer kooperativen Entscheidungsfindung,
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Einrichtungen.
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Zugangsvoraussetzung und Bewerbung

Zugangsvoraussetzung

Voraussetzung für eine Beschäftigung in der 3. Qualifikationsebene,
Fachlaufbahn Justiz, fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und
Verwaltungsdienst (früher: gehobener Vollzugsverwaltungsdienst) ist die
erfolgreiche Ableistung eines dreijährigen Vorbereitungsdienstes.
Hierzu können Bewerber zugelassen werden, die

  • über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen,
  • die Fachhochschulreife, eine andere Hochschulreife oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweisen können,
  • die Voraussetzungen für eine Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf erfüllen, d. h. insbesondere als persönlich geeignet für die vorgesehene Tätigkeit beurteilt werden können und
  • an einem besonderen Auswahlverfahren teilgenommen haben.

Bewerbung

Das "Auswahlverfahren für die Einstellungen in die 3. Qualifikationsebene im Verwaltungsdienst (früher: gehobener nichttechnischer Dienst)" wird jedes Jahr durch den Bayerischen Landespersonalausschuss für die Einstellungen im Folgejahr durchgeführt.

Aufgrund des verhältnismäßig geringen Nachwuchsbedarfes können
Neueinstellungen nur in unregelmäßigen Abständen vorgenommen werden.

Die nächste Ausbildung startet im September 2017.
Das Bewerbungsverfahren hierfür ist bereits abgeschlossen.

Ein weiterer Ausbildungsbeginn ist voraussichtlich für September 2019 vorgesehen.
Bewerbungen können unter Beifügung einer Kopie des Zeugnisses des Auswahlverfahrens (Teilnahme im Jahr 2018) per E-Mail eingereicht werden an
bewerbung@jv-akad.bayern.de.

Zur Feststellung der Eignung lädt das Bayerische Staatsministerium
der Justiz interessierte Bewerberinnen und Bewerber ergänzend zu dem bereits absolvierten schriftlichen Auswahlverfahren des Bayerischen
Landespersonalausschusses zu gesonderten Vorstellungsgesprächen ein.

Die Organisation wurde der Bayerischen Justizvollzugsakademie übertragen.
Die Gespräche für eine Einstellung zum 1. September 2017 fanden zentral an der bayerischen Justizvollzugsakademie in Straubing statt.
 
Nähere Auskünfte zu den aktuellen Einstellungsmöglichkeiten können
jederzeit auch telefonisch erholt werden (Tel.: 09421/545-305 oder -404).


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Ausbildung

Die Ausbildung in der 3. Qualifikationsebene, Fachlaufbahn Justiz,
fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst (früher:
gehobener Vollzugsverwaltungsdienst) dauert insgesamt drei Jahre.
Hiervon entfallen ca. 20 Monate auf das Fachstudium an der Hochschule
für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Rechtspflege in Starnberg, und ca. 16 Monate auf die fachpraktische Ausbildung, die an einer bayerischen
Justizvollzugsanstalt geleistet wird.

Die zum Vorbereitungsdienst zugelassenen Bewerber werden zu
Regierungsinspektoranwärtern und gleichzeitig zu Beamten auf Widerruf
ernannt. Sie unterliegen damit den üblichen beamtenrechtlichen
Verpflichtungen, erhalten aber auch Anwärterbezüge. Die Teilnahme an
allen Ausbildungsveranstaltungen, insbesondere auch an allen
Vorlesungen, ist Dienstpflicht.

Während der Ausbildung werden Leistungsnachweise in Form von Klausur-
und Hausarbeiten abgelegt. Eine formelle Zwischenprüfung ist nicht
vorgesehen. Die Ausbildung endet mit der schriftlichen und mündlichen
Qualifikationsprüfung. Die schriftliche Prüfung besteht in der
Bearbeitung von acht fünfstündigen Klausuren.

Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung enthält wirtschaftswissenschaftliche, juristische,
psychologische und soziologische Komponenten. Im Fachstudium werden u.
a. auch Vorlesungen zu nachstehenden Fachgebieten durchgeführt:

  • Grundzüge der Rechtsordnung, des Staats- und Verfassungsrechts,
  • Bürgerliches Recht, Sachen-, Schuld- und Vertragsrecht,
  • Strafrecht, Jugendstrafrecht und Strafverfahrensrecht,
  • Volkswirtschafts- und Betriebslehre, Finanzwissenschaften,
  • Organisation der Justizverwaltung, Gestaltung des Justizvollzugs,
  • Strafvollstreckung,
  • Psychologie und Entwicklungspsychologie, Betriebspsychologie,
  • Soziologie und Sozialpsychologie,
  • Kriminologie,
  • Zivil- und Zwangsvollstreckungsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht,
  • Beamtenrecht, Recht der Angestellten und Arbeiter.

Ziel der fachpraktischen Ausbildungsabschnitte ist die Umsetzung der im
Fachstudium gewonnenen theoretischen Kenntnisse in konkrete,
praxisbezogene Tätigkeiten.

Zeitlicher Ablauf am Beispiel des Einstellungsjahrganges 2015:

Beginn der Ausbildung
1. September 2015
Praktische Einführung
Ausbildungsanstalt
ca. 1 Woche
Fachstudium I
Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern,
Fachbereich Rechtspflege in Starnberg
ca. 9 Monate
Fachpraktikum I
Ausbildungsanstalt
6,5 Monate
Fachstudium II
Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern,
Fachbereich Rechtspflege in Starnberg


11 Monate
Fachpraktikum II
Ausbildungsanstalt
mit schriftlicher und mündlicher Qualifikationsprüfung
9 Monate
Abschluss der Ausbildung
31. August 2018
Änderungen vorbehalten.
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Beruflicher Werdegang

Nach erfolgreich abgelegter Qualifikationsprüfung und bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfolgt die Übernahme
als Regierungsinspektorin oder Regierungsinspektor in
Besoldungsgruppe A 9.

Abhängig von den dienstlichen Leistungen und den zur Verfügung stehenden Stellen sind Beförderungen möglich

  • zur Regierungsoberinspektorin/-oberinspektor in Besoldungsgruppe A 10,
  • zur Regierungsamtsfrau bzw. Regierungsamtmann in Besoldungsgruppe A 11,
  • zur Regierungsamtsrätin/-amtsrat in Besoldungsgruppe A 12 und
  • zur Regierungsrätin bzw. Regierungsrat in Besoldungsgruppe A 13.

Die Bediensteten der 3. Qualifikationsebene, Fachlaufbahn Justiz,
fachlicher Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst (früher:
gehobener Vollzugsverwaltungsdienst) werden vorwiegend in den
Justizvollzugsanstalten mit eigener Verwaltung eingesetzt. Grundsätzlich
kommt hierbei eine Zuteilung an jede bayerische Anstalt in Betracht.
Versetzungswünsche können nur berücksichtigt werden, soweit sie sich mit
den dienstlichen Anforderungen decken.

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