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Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Justiz ist für die Menschen da - Recht Sicherheit Vertrauen
20.07.2018

Justizminister Bausback bei Feierstunde zum 150-jährigen Bestehen des historischen Zellengefängnisses in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg: "Eindrucksvolles historisches Denkmal / Auszeichnung als Weltkulturerbe würde außergewöhnliche Geschichte ganz besonders hervorheben!"

Der bayerische Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback nimmt heute an der Feierstunde zum 150-jährigen Bestehen des historischen Zellengefängnisses in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg teil. Bausback in seiner Festrede: "Das Zellengefängnis ist ein eindrucksvolles historisches Denkmal. Durch die Nürnberger Prozesse ist das Zellengefängnis weltweit bekannt geworden und war zusammen mit dem Saal 600 Schauplatz der Entstehung unseres modernen Völkerstrafrechts. Die Auszeichnung des Nürnberger Justizpalastes als UNESCO-Weltkulturerbe unter Einbeziehung des Zellengefängnisses würde die außergewöhnliche 150-jährige Geschichte dieses einzigartigen Bauwerks ganz besonders hervorheben."

Das Nürnberger Zellengefängnis wurde im Jahr 1868 als Männeranstalt für 1.000 Personen errichtet. Es war das erste Gefängnis Bayerns, das ganz im Zeichen der Einzelunterbringung von Gefangenen stand. Der Unterbringung der Gefangenen in kleinen Zellen statt in großen Sälen verdankt es auch seinen Namen. Für die Wahl Nürnbergs als Gerichtsort für die Prozesse gegen nationalsozialistische Kriegsverbrecher war die Existenz der großen Gefängnisanlage in unmittelbarer Nähe zum Gericht ausschlaggebend. Nirgendwo sonst hätten die 200 erforderlichen Sicherheitszellen für Angeklagte und inhaftierte Zeugen so rasch und in unmittelbarer Nähe zu einem Gerichtssaal zur Verfügung gestellt werden können. Seit den 1970er Jahren ist das Zellengefängnis Baudenkmal. Seit 1995 wird es nicht mehr für die Unterbringung von Gefangenen genutzt.

Bausback abschließend: "Die Justizvollzugsanstalt Nürnberg, das Staatliche Bauamt, der bayerischen Justizvollzug und die gesamte bayerische Staatsregierung unterstützen tatkräftig die Bemühungen, um der historischen Bedeutung dieses Gebäudes gerecht zu werden und die Chancen einer Nominierung zum Weltkulturerbe bestmöglich zu erhöhen. So haben wir in den letzten Jahren aus dem Haushalt des Justizvollzugs Sondermittel von 900.000 EUR bereitgestellt, um das Zellengefängnis außen wie innen zu sichern und in seiner historischen Ansicht zu erhalten. Hierfür möchte ich allen Beteiligten ganz herzlich danken!"